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Phosphorescent

Phosphorescent-My heroeshave alwaysbeen cowboys

von Joscha Kollascheck

Mit 18 Jahren fasste Matthew Houck aus Alabama den Entschluss, das College zu schmeißen und sein Glück als Musiker zu finden. So verbrachte er seine frühen Jahre on the road, ließ sich in alle Himmelsrichtungen der USA treiben, spielte seine Songs in kleinen Bars und schlief in seinem Truck.

Damals noch unter dem Alias Fillup Shack unterwegs, bekam er die Chance auf eine Europatour durch England und Spanien und wurde von der Presse prompt als der neue Dylan verkauft. Wie schon ungefähr Zweitausendneunhundertdreiundzwanzig andere vor ihm.

Dieser Vergleich ist auch wenig sinnvoll und letztlich blieb ihm der große Durchbruch bislang verwehrt. Wo Dylan einen mit seiner ausladenden Sprachgewalt förmlich erschlägt, wirkt Houck subtiler, in sich gekehrter. Seit er 2004 sein erstes Album als Phosphorescent veröffentlichte, steht dieser Name für herzzerreißende Folksongs, die häufig um zeitlose Motive wie seelische Unruhe, Einsamkeit und gebrochene Herzen kreisen, aber selten in kitschiger Sentimentalität ertrinken. Selbst wenn - dieser Stimme glaubt man jedes Wort und verzeiht jede schwelgerische Banalität. Stimmlich wird er zwar häufig in die Nähe Will Oldhams gerückt, Houck ist aber ein besserer Kumpel. Es ist diese Mixtur aus gnadenloser Ehrlichkeit in den Lyrics und seiner Gabe, kleine Folkhymnen mit hohem Suchtpotential zu schreiben, die das Gefühl einer eigenartigen Intimität entstehen lässt.

In diese Tagen bietet sich die Gelegenheit, Phosphorescent live zu erleben. Die kleinen, urigen Locations, die er auf seiner Tour beglücken wird, stellen ihm den passenden Rahmen. Dass die Publikumsgröße wohl (leider) wieder etwas spärlich ausfällt, wird auch seinen Teil dazu beitragen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass man sich nicht auf einen melancholischen Abend mit einem schüchternen Singer/Songwriter einstellen sollte. Phosphorescent ist als Band unterwegs und promotet die neue Platte "Here's to taking it easy", den bislang rockigsten Output, der sich schon fast im traditionellen Countrygewand präsentiert.