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1. Pardon Ms Arden Bandfoto2008

Pardon Ms.ArdenGot It?

von Stefan Haug

Nehmen wir die Homepage als Anfang: "Indie. Britpop. Britrock. Think of Mando Diao. Think of Oasis. Think of The Rifles. Think of the early Beatles stuff. Got it?," ja wir haben verstanden, aber - Pardon Ms. Arden sind nicht etwa der nächste große Hype aus England, es kommt sogar alles ganz anders, denn das hier ist British-Handmade-Power-Pop aus dem sonnigen München.

Mit "Isn't That Too Much Of A Difference" veröffentlichten Pardon Ms. Arden nun Ihren bereits zweiten Longplayer. Da werden hier und da mal die Drums mächtig gepusht, hier kratzt es, da pocht es, die Gitarren klirren in den unterschiedlichsten Tönen und dazwischen rauscht der hier und da raue, aber immer emotionale Gesang durch den vom Indie betonten selbsternannten Pardon Ms. Arden-Power-Pop.

 

Der Sänger heißt übrigens Nick Arden, spielt nebenher auch noch Gitarre und ist zusammen mit Bassist Tom Arden und Drummer Alex Arden, welche beide die Backing Vocals raushauen, Pardon Ms.Arden - mehr braucht es nicht um dem allgegenwärtigen Indie-Rock eine überaus nette, spürbare und vor allem persönliche Note aufzudrücken.

 

Getanzt wird auch, zu den rockigen Melodien, die innerhalb eines Songs oft die Spur wechseln, wenn man den möchte - ansonsten heißt es zurücklehnen und die Momente genießen, die eine tolle Platte von den Überflüssigen unterscheidet, wenn z.B. im Opener "I Can't See The Point" nach rund einer Minute alles zu brechen scheint oder beim Song "Carried Away" sich erst nach einem kurzen und erfrischendem Gitarren-Intro vollends erschließt um am Ende doch unerwartet auszuklingen.

Auf große Überraschungen wartet man dennoch vergebens, was weiter aber nicht stört, denn auf einer mutigen Indie-Platte sucht man eigentlich auch nicht nach großen Überraschungen, man sucht den sonnigen Sound, die fiebrigen Melodien, den heißen Rock'n'Roll, die spannenden Ideen - und die findet man hier - und darin liegt die Überraschung - überraschend oft. Nicht das deutsche Bands nicht musizieren könnten, aber so locker britisch kommen sonst nur Skandinavier um die Ecke.

 

Da kann man nur noch auf die Live-Fertigkeiten der Band hinweisen, die neben eigenen Headliner-Konzerten es auch schon in das Vorprogramm von Bands wie Virginia Jetzt!, The Automatic, Nova International oder den Hush Puppies schafften, welche es sicherlich allesamt schwer hatten, nach der energiegeladenen Performance von Pardon Ms. Arden Ihr Publikum zurück zu gewinnen.

 

Pardon Ms.Arden ist eine Band, deren Reifeprozess noch nicht vollkommen abgeschlossen ist, aber Potenzial besitzt um mit den ganz großen mitzuspielen und die sicherlich bald nicht mehr beeinflusst wird, sondern selbst beeinflusst.