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System mal zwei

von Stefan Haug

Man muss Rockmusik nicht einmal hören oder mögen, kommt man System Of A Down nicht aus dem Weg. Die Band, die mit den letzten Alben "Mezmerize" und "Hypnotize" ihren wilden Crossover aus Metal, Folk, Hardrock und dem Bastard Pop endgültig populär machte ist nun aber vorerst auf Eis gelegt. Aber kein Grund zur Sorge, für Nachschub ist bestens gesorgt.

Serj Tankian - für viele ein Genie, eine Art Gottheit im bitterbösen, oftmals teuflischen Rockgeschäft - für andere wiederum nur ein Sänger irgendeiner Rockband unter vielen. "Elect the Dead" taufte Serj Tankian sein Debüt. Und genau dort treffen harte Gitarrenriffe auf smarte Popmelodien, treibende Rhythmen auf zarte Klaviereinlagen, brechende Klangwelten auf schöne Momente, brachiale Soundgewitter auf harmonische Arrangements, beißende Gesangsparts auf weiche Einlagen, System Of A Down auf die eigenen Ideen Serj Tankians. Denn zugegeben, vieles erinnert an das Typische von System Of A Down, doch Serj Tankian schafft es mit seinem virtuos eigenen Stil geschickt nicht als Kopie seiner eigenen Band durchzufallen. Ob in der Single "Empty Walls" oder beim Song "The Unthinking Majority", immer wieder drängen durch die harten Ansätze sanfte Momente und die von Serj Tankian selbstbewusst und doch nüchtern vorgetragenen Lyrics verkörpern eine persönliche Weiterentwicklung die in einem neuen, seinem eigenen, Soundgewand erstrahlen.

Eine weiteres Projekt ist Scars On Broadway, welches jedem System Of A Down-Fan seit längerer Zeit ein Begriff sein sollte. Hinter den Narben im Broadway verbrigt sich nämlich das neue Hauptprojekt von Daron Malakian und John Dolmayan, ihrerzeit Gitarrist und Schlagzeuger System Of A Down's. "They Say" schlummerte schon lange im Internet und ist nun die erste Single aus dem bereits hitverdächtigen, selbstbetiteltem Debütalbum. Wer Serj Tankian's Solo-Ausflug als Geschenk ansah, muss hier genauer hinhören, denn auch wenn durch die markante Stimme Daron Malakian's das Album durchgehend an System Of A Down erinnern lässt, ist es durch seine Instrumentierung eine weite Reise durch alle technischen Spielereien des derzeit Möglichen gepaart mit jeder Menge Rock. Anstatt Folklore und Klavierausflügen, die das Debüt von Serj Tankian stark prägen, gibt es hier große Gitarrenriffs und markante Beats. Schlag auf Schlag reihen sich die großen Momente aneinander und sollten niemand enttäuscht zurücklassen.