Hadouken! gehören neben der Welle der neuen Britischen Bands, die die Musikwelt überschwemmen, auch zu den "NME Breaking Bands". Sie reihen sich zu nahmhaften Talenten wie den großartigen Shitdisco oder den nicht minder begabten Klaxons. Und schon frägt man sich, wo ist denn der nächste Rave?
Grime, Indie, Grindie, New Pop, New Wave, New Rave, Alternative-Electronic oder Nintendocore, man kann es nennen wie man will, drum herum kommt man so oder so oder auch so nicht. Von Beats über Sprechgesang zu Geschrei und melodiösen Momenten vorbei am großen Stadionrock und zurück bietet der neue Musikstil, der schon seit längerer Zeit im Untergrund brodelt, alles. Hoch infektiös, auch wenn man dem Hype nicht vertrauen mag, ist er allemal ? auch für Musikbegeisterte, die sonst dem Genre Rock nicht zugetan sind.
2006 gegründet, mit vier jungen Herren an Gitarre, Bass, Drum und Mikrofon und einer noch jüngeren Dame am Keyboard besetzt, gehören Hadouken! zum neuen, heißen Scheiß aus England.
Konnten sie in England schon recht kleine Erfolge feiern, sind sie in Deutschland und dem Rest der Welt ein noch recht unbeschriebenes Blatt, das es zu füllen bedarf. Denn was hier an Talent schlummert, sollte auf keinen Fall auf der Insel verblassen. Fette Beats, frische Rhymes mit portionierter Tragik und kantig krachende Gitarren neben fiependen Synthies sind nur ein paar wenige musikalische Eigenschaften der jungen Briten.
Ist der Gesang des ersten großen Hits "That Boy That Girl" noch mit dem Mike Skinner?s von The Streets zu vergleichen, gekreuzt mit mehreren, schön retouchierten Shout-Einlagen, geht der des Songs "Leap Of Faith" doch eher in eine ganz andere, emotionale Richtung.
Abwechslung siegt, auch auf dem Debüt-Album "Music For An Accelerated Culture". Weniger Momente a'la "Leap Of Faith", dafür umso mehr Grime, Techno, Nintendo, weniger Core.
Man wird sehen, was die fünf Briten aus Ihrer großen Ideenbreite noch alles zaubern werden und muss auch erst noch abwarten, ob das Genre in das Hadouken!, und wie Sie alle heißen, gedrückt wurden, in Deutschland überhaupt Fuß fassen kann. Der Erfolg von Bands wie Shitdisco, Klaxons oder eben Hadouken! begrenzt sich nämlich bisher im Großen und Ganzen noch auf Mundpropaganda, doch das war bisher schon oft die beste Werbung.