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William Fitzsimmons im Sudhaus Tübingen Kulturpegel 032

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WilliamFitzsimmonsim Sudhaus Tübingen

von Stefan Haug

Passend zum kahlen und bedrückenden Herbst kam William Fitzsimmons mit seiner "fucking depressing music" ins Tübinger Sudhaus und faszinierte mit seinen herzzereißenden Gefühlsbekundungen.

Da steht ein ungepflegter Mann auf der Bühne, versteckt sich auf den ersten Blick hinter einem riesigen Bart, einer aufgesetzten Mütze, einer Brille. Der Mann besticht durch eine unbeschreiblich einnehmende Art. Im positiven Sinne. Das Sudhaus ist im ganz Ohr. William Fitzsimmons beginnt den Abend mit "Even Now" und es folgen noch drei weitere Stücke, die nur von seinem sanften Gitarrenspiel und seiner noch sanfteren Stimme getragen werden.

Seine Songs sind sein Werkzeug, sein Handwerk, um mit dem manchmal entrüstenden Leben, dem in besonderen Momenten lähmenden Alltag, umgehen zu können. Leben zu können. Sein aktuelles Werk "The Sparrow And The Crow" kann als Abschiedsbrief an die geschiedene Frau verstanden werden. Sie stellt dabei den leidenden, liebevollen "sparrow", den Spatz, dar. Er ist "the crow", der unheilvolle Rabe, wie er im Laufe des Konzerts gesteht. Heute werden neben den Stücken aus dem aktuellen Album auch ältere, vom letzten Werk "Goodnight" geboten.

Nach den ersten vier Stücken ist es dann auch Zeit für die mitgereiste Background-Band, bestehend aus drei Multiinstrumentalisten, den Bühnenrand zu erklimmen. Auch Laura Jansen, die den Abend eröffnete und mit ihrer schönen Stimme durch vom Piano getragenen Songs tanzte, ist mit dabei, wieder am Piano. "After Afterall" leutet diesen zweiten Abschnitt des Konzertes ein. Es folgt unter anderem "You Still Hurt Me", bei dem das ausverkaufte Sudhaus zu chorhaftem Mitsingen animiert wird und "goodmorning", bei dem die gesamte Band zu den Zuschauern in die Mitte des Saals kommt um a'capella zu performen. Die Atmosphäre ist beeindruckend dicht, es fehlt einzigst und allein das Lagerfeuer  zur Perfektion.

Nach neun Stücken verabschiedet sich die Band wieder und lässt den Raum für William Fitzsimmons und seine letzten Songs. Diesen Raum füllt er ausgiebig.Charmant, wie den ganzen Abend über, präsentiert er die letzten Stücke des 16 Song schweren Sets.Wären da nicht die unterhaltenden Ansagen

zwischen diesen todtraurigen Songs, es hätte eine an sehr herzzereißende Angelegenheit werden können. So umgeht der Hauptdarsteller Fitzsimmons' elegant diesen dunklen Weg und bringt etwas Licht hinzu. Und auch wenn er es nicht zugeben möchte, hier und da funkelt der Hoffnungsschimmer zum Glück auch so stark durch, das er selbst peinlich berührt zu sein scheint.

So darf man festhalten: Gepackt in Watte sind die Songs Fitzsimmons' auf den ersten Blick. Weich, zart und doch sehr dicht. Gleichzeitig bestechen sie durch eine Zerbrechlichkeit, die so präsent ist, das sie greifbar scheint. Große Kunst mit kleinsten Mitteln. Hier bedarf es in den meisten Fällen nur einem Instrument, der Gitarre, und dem bewegenden Gesang des William Fitzsimmons, so geschehen im Sudhaus Tübingen.