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We WerePromised Jetpacksim Schocken Stuttgart

von Stefan Haug

Die Durchstarter We Were Promised Jetpacks aus Schottland kamen mit Ihrer traurig-schrammeligen Gitarrenmusik in den Schocken nach Stuttgart und brachten den Nebel aus Ihrer Heimat gleich mit.

Nicht wenige finden heute den Weg in den Schocken und das trotz dichtem Nebel in und um Stuttgart. Den Nebel könnten We Were Promised Jetpacks glatt aus den verregneten Highlands mitgebracht haben. Haben Sie aber nicht. Stattdessen ein paar Stücke großartige Musik.

Ohne Vorband starten die Vier jungen Männer aus Glasgow in Ihr zwar kurzes, aber energisches Set. Emotional geprägt sind die Songs. Die Spannbreite zwischen warm und kalt wird ausgelotet. Da drängeln sich wild tanzende Rhythmen und Riffs vor atmosphärisch dichte Songperlen. Ein Song nimmt einen behutsam mit, der nächste kribbelt unruhig im Magen. So schaukelt sich gleich zu Beginn "Keeping Warm" in einem langen Instrumental-Intro nach oben um bis zum Ende vor sich hinzuscheppern. Das folgende "Ships With Holes Will Sink" ist das erste Highlight im Set.

Das Sie aus Schottland sind hört man Ihnen an. Akzent vorhanden. Melancholie auch. Indie sowieso. Aber nicht aufdringlich ist das, keineswegs. Bis auf Sänger Adam Thompson, der seine Zeilen ohne Mikrofon im Laufe des Abends desöfteren in die Räumlichkeiten des Schocken und gegen die Zuschauer brüllt, ist die Band sehr reserviert. Das Augenmerk liegt auf der Musik.

Ein neuer Song, der präsentiert wird, galoppiert durch; der Album-Opener "It's Thunder And It's Lightning" baut sich auf um in einem Instrumentengewitter zu enden, welches von einem versöhnend singenden Adam Thompson durchzogen wird; "Quiet Little Voices" ist die Single, der Hit, der den ganzen Schocken zum Tanzen bringt. 

Mit Ihrem Debüt "These Four Walls" schnappten Sie sich überall positive Kritiken, mit Recht. Glänzt es doch durch eine bedrückende Stimmung, in der immer wieder Hoffnung aufblitzt und hier und da auch wieder zerschlagen wird, tanzbar ist das und doch auch melancholisch. Das bekommt man auch live zu spüren. Aber weinend tanzen tut hier trotzdem niemand. Nach einer Stunde gibt es trotz lautem Beifall keine Zugabe. We Were Promised Jetpacks sind weg. Die Zuschauer auch bald. Auf ein weiteres Mal. Live überzeugen die vier Schotten nämlich noch einmal mehr als auf Platte.

 

Um euch nun endgültig zu überzeugen schnell mal "Quiet Little Voices" anhören.