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The Lost Rivers Show im Balinger Sonnenkeller

The Lost Rivers Show im Balinger Sonnenkeller

THE LOST RIVERSSHOWLIVE AUS DEMBALINGERSONNENKELLER

von Dominique Steidel

Mitternacht. Zwei Bands durften vor einigen Minuten "am Vortag" bereits ihr Können und Spaß an der Musik beweisen.  The Pleasure Days machten mit poppigem Punkrock den für viele Mädels sicherlich süßen Anfang des X-Mass-Rockabends. Da springt auch mal der ein oder andere Gitarrist fünf Meter ins Publikum. Das eingeheizte Publikum wurde dann von Stereogain übernommen und weiter in Stimmung versetzt. Mal rockiger, mal ruhiger und dann wieder punkig bis hin zu leicht funkigen und Rock`N`Roll-Klängen. Mit musikalischer Vielfalt wurde von Stereogain "die Bombe" gezündet. Platz zum Tanzen hatte jeder Anhänger, leider hatten wohl viele noch den ein oder anderen Weihnachtsbraten zu verputzen.  

Doch was dann zu später Stunde geschieht, hatten sich viele Anwesende vermutlich nicht einmal in ihren verrücktesten Träumen ausgemalt. Den Start macht eine Art projizierte Lichteffektshow auf der Bühne, dazu gesellt sich ein stimmungsvollen Intro und die locker auf die Bühne schlendernden Künstler. Gleichmäßig beginnen die Drums zu schlagen. Der Bass setzt ein und die Realität scheint zu verwischen. Schließlich reist die einsteigende Gitarre dem Publikum den Boden unter den Füßen weg und die Münder dafür umso weiter auf. Wer das noch nicht erlebt hat ist minutenlang wie in lebhafter Trance und kaum anzusprechen. Fotografen vergessen das Schießen ihrer Bilder, wilde Tänzer wanken zu den neuen, unbekannten Klängen wie Junkies im Wind. Wunderschöne Melodien durchströmen dieses musikalische Geflecht. Ganz klar wurde hier von vielen Effekten erfolgreich Gebrauch gemacht. Auf die Spitze der fremdartigen Atmosphäre treiben es die harten Lichteffekte, vor allem das perfekt eingesetzte Stroboskop scheint den Eindruck einer weißen Wand und von farblosem Rauschen zu unterstützen. Die Klänge lassen die Körper regelrecht pulsieren und das kühle Wehklagen unter den Instrumenten findet Einzug in die Herzen der Zuhörer. Emotionen werden intensiv übertragen. Am Ende des in sich vollkommen runden und abgeschlossenen Gigs lösen sich selbst die nun mit Echo ausgestatteten Drums beinahe in diesem schrillen Sound auf. Keiner im Publikum hat mehr hundertprozentigen Halt in dieser schrägen Klangszene. Der Auftritt wirkt nach. Noch Tage, Wochen.

Einen Vorgeschmack für den nächsten Auftritt bietet sich auf der MySpaceseite der Band an. Doch die Musik ist hier bei weitem nicht alles. So viel sei gesagt.

The Lost Rivers

Wie Phönix aus der Asche hat eine neue Band ihren Fuß in die Welt gesetzt.
Izzy, Phil Wolkendorf und Hell Pilot haben the Lost Rivers gegründet, um den Shoegaze-Sound der Achtziger/frühen Neunziger wieder zu beleben und ihn gefährlicher als je zuvor klingen zu lassen. Sie schrecken nicht davor zurück ihre Zuhörer mit extrem lautem White Noise herauszufordern. Ihr Sound bricht bewusst mit den all zu bekannten Songstrukturen aktueller Rockbands, ist raffiniert, verliert sich jedoch nie in unkontrolliertem Lärm.

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