The Casting Out eröffnen nach der ersten Band Out Of Season, die deutschsprachigen Hardcore mit viel, teils peinlichen, Ansagen präsentieren, für viele den Abend. Nathan Gray, ehemaliger Sänger der dahingeschiedenen Boysetsfire, und seine Mannen präsentieren Ihre Songs gewohnt stimmungsvoll.
"Liar" eröffnet das Set, das neben den meisten Songs aus dem aktuellen Album "Go Crazy! Throw Fireworks!" auch Neues bereithält, dass, so Sänger Mr. Gray auch baldmöglichst auf Platte erscheinen soll.
Da geht was, denkt sich der Eine ? die Meisten bleiben aber doch zurückhaltend stehen und beobachten lieber nur. Schande, denn die Songs und auch die Band machen eigentlich Lust auf?s Wesentliche ? tanzen. Da wird unterhalten - mit melodiösen Riffs, greifbarem Rhythmus und einem Sänger, der einfach auf die Bühne gehört, sei es zwischen den Songs bei den vielen Ansagen ("Buy our shirts?we need the money") oder während der Performance, wenn Mr. Gray spricht, hört man zu. Mit "Quixote?s Last Ride", dem ersten kleinen Hit, endet ein Set, das auch einer Headline-Show würdig gewesen wäre. Ab ins Publikum heißt?s da, The Casting Out suchen auch neben der Bühne den Kontakt zur Menge. Diese wartet gespannt auf den Auftritt von The Dillinger Escape Plan, der etwas anderen Band.
Adrenalin macht sich breit. Angst. ADS. Mathcore. Die Ersten Töne erklingen, noch wohltuend ? die Zweiten gehen durch die Knochen und machen deutlich, wie stark der musikalische Unterschied zu The Casting Out ist. Zurecht verwundert waren diese über die Einladung ein paar Shows zu eröffnen, wie Sie noch Minuten zuvor erklären. Riffs ohne Ende, eine Art Rhythmus überall, von jedem Instrument aus, alles geht in eine andere Richtung und findet sich doch zu einem Ganzen wieder. This Is Noise. This Is Dillinger Escape Plan.
Ein Extrem geht in das andere. Sowohl musikalisch, als auch was die Performance angeht. Gewaltig beschreibt beides, wenn sich dieses brutale Etwas beschreiben lässt. Sänger Greg Puciato brüllt als gäbe es kein Morgen mehr, Ben Weinmann schleudert dazu seine Gitarre durch die Luft. Aber doch findet sich alles immer wieder in der Mitte, wird geduldig Ruhig und das alles nur, um im nächsten Moment wieder zuzuschlagen.
"Milk Lizard", Pracht-Single des letzten Outputs "Ire Works" findet gehörig Anklang, der noch leicht nachvollziehbare Song wirkt live aber noch zerstörerischer als er sowieso schon ist. Die Dynamik von Songs wie "Lurch" oder "Fix Your Face" bleibt schmerzhaft von Anfang bis Ende. Der Pit hinter der ersten Reihe scheint von Song zu Song an sich selbst zu zerbrechen. Die erste Reihe an der überdrehten Performance. Immer wieder werden Lautsprechertürme, extra positionierte Equipment-Boxen und alles andere von der gesamten Band bestiegen, die Menge angeheizt. Der Underground-Klassiker "43% Burnt" zerreisst alles, der Höhepunkt des abends.
Nach einer guten Stunde und gehörigen Portion Adrenalin mehr im Blut ist Schluss, mehr geht nicht ? gesundheitlich als auch nervlich. Eine beeindruckte Menge verlässt das LKA, bewusst beschädigt ? und auch Gitarrist Jack Fusco von The Casting Out gibt sich beeindruckt in dem er jedem Vorbeigehenden ein Foto zeigt von Dillinger Escape Plan Gitarrist Ben Weinmann und dessen Sprung von einem etwa zwei Meter hohen Lautsprecherturm zum Ende des finalen Songs (der in einer wohl schmerzhaften Bauchlandung endete). "Did you see that? Amazing!" Warum sollte es auch nur den Zuschauern wehtun?