Was ein Wochenende! Sage und Schreibe 8.000 Besucher fanden am 14. und 15. August den Weg auf den Horber Festplatz. Grund des Menschenauflaufs war die bereits fünfte Auflage des Mini Rock-Festivals und Bands wie Zebrahead, Panteon Rococo und The Thermals, vor allem aber die Headliner Enter Shikari und K.I.Z., deren Auftritte wild umjubelt wurden.
Eigentlich schon am Donnerstag begann die große Party. Neben den ersten Tausend Campern, die das Wochenende zusammen verbringen sollten, kam der Red Bull-Tourbus zum Mini Rock-Festival und brachte die ersten Bands mit. Darunter The Stud, The xPlode, RTR und als Headliner Marteria & The Band Of Brothers. Marteria, die zwiegespaltene Persönlichkeit, auch bekannt als Marsimoto, legte einen fulminaten Auftritt im Partyzelt hin. Aufgrund der schlechten Witterung mit starkem Regenfall musste man nämlich kurzfristig vom Busdach ins eigentliche Aftershow-Partyzelt umziehen. So viel der Himmel an diesem Abend aber fallen ließ, so verschont blieben die Zuschauer, Bands und Organisatoren das restliche Wochenende über von schlechtem Wetter. Heiter Sonnenschein war angesagt.
Da kamen Ezzo aus Stuttgart gerade recht, um mit Ihrer Mischung aus sonnigem Ska und dreckigem Punk das reguläre Festivalwochenende auf der immer größer werdenen Bühne am Freitag zu eröffnen. Dabei ziehen Sie einige Zuschauer vor die Bühne, sogar bei dem ein oder anderen hochgehandelten Act wird da weniger los sein. Respekt! Ihnen folgen Mofa und Road Closed Ahead. Long Distance Calling nehmen die Zuschauer mit auf eine kontrastreiche Reise durch klare Instrumentalpassagen und extreme Härte. Ein Wechselbad der Gefühle. Diese Band weiß zu überzeugen.
Genau so wie Zebrahead, welche zum frühen Abend wieder einige Besucher vor die Bühne ziehen können. Ihrer Mixtur aus California-Punkrock mit melodiösen Gitarrenriffs und Rap-Einlagen können heute nur wenige Widerstehen, welche die Party auf dem Campingplatz vorziehen. Hier gibt's die passende Musik zum perfekten Wetter auf die Ohren. Anderst sieht es da schon bei Callejon aus. Die sind angefressen und reißen alles ein, trotz Sonnenschein. Der Pit ist groß, die Shouts auf der Bühne laut.
Mit The Thermals aus Portland wird es wieder tanzbarer. Für ein paar exklusive Festivalshows ist die 2-Mann-1-Frau-Indie-Kapelle nach Deutschland gekommen. Eine davon hier auf dem Mini Rock-Festival. Vielen wohl noch unbekannt gibt es heir den perfekten Soundtrack zum tanzen und träumen, schwitzen und schwelgen. "Here's Your Future" peitscht nach vorne, "A Pillar Of Salt" lässt die Menge rund gehen und zur Versöhnung gibt's "Now We Can See" - mit einem "Thank You" verlassen The Thermals, die hier sicherlich den ein oder anderen überzeugen konnten, die Bühne und das Warten auf den Headliner beginnt.
Das sind heute Enter Shikari, die Mitbegründer des Trancecore's, welche hier Ihr erstes deutsches Festival headlinen. Das Sie dieser Rolle gerecht werden weiß man schon nach den ersten Minuten, sofern man dem Bastard aus Beats, Hardcore, englischem Sprechgesang und Alternative nicht abgeneigt ist. Sonst kann man hier auch schnell die Interesse verlieren. Öffnet man sich jedoch dieser lauten Symbiose aus verschiedensten Genres kommt man auf seine Kosten. Mit "Solidarity" wird gestartet, "No Sssweat" gibt's hinterher. Da läuft der Pit schon schön rund. Enter Shikari haben Ihren Spaß und sind sichtlich angetan vom Horber Publikum. Dieses wiederrum von den Vieren auf der Bühne, die nach und nach Ihre Hits abwerfen. "Sorry You're Not A Winner", "Return To Energiser" oder "Hectic" - alles gibts auf die Ohren. Zur Zugabe auch noch das selbstbetitelte "Enter Shikari", da scheint fast ganz Horb zusammenzubrechen. Mit "Ok, It's Time For Plan B" verabschiedet man sich von den zahlreichen Zuschauern. Für die ist der Abend aber noch nicht zu Ende.
Das Late Night Special im Aftershowzelt ruft. Egotronic aus Berlin sind gekommen um zu Ihren kräftigen Beats mal wieder richtig zu kotzen. Dabei raven Sie zwar gewaltig über die Bühne, das Publikum wird aber von leicht schlechtem Sound geplagt. Der Stimmung tut's keinen Abbruch, "Raven gegen Deutschland" kommt trotzdem bei jedem an, den Songtext hat hier, so scheint's, jeder fleißig auswendig gelernt. Danach kommt Sänger Roughton Reynolds von Enter Shikari, wie beim Konzert angekündigt, noch auf ein DJ-Set vorbei - rockt die Crowd ein zweites Mal und entlässt die verschwitzte Menge endlich auf den Camping-Platz, wo für diese die Party aber gleich weitergeht.
Der Samstag beginnt mit Bands aus der Region. Tram zelebrieren Ihren alternativen Rock'n'Roll und Mom's Day bringen mit Ihrem druckvollen Punkrock etwas gute Stimmung unter das Volk. Luis und Laserpower verbreiten mit Ihrer Mischung aus Reggae, Rock und Electro dafür mächtige Vibrations und Benzin sind darauf bedacht, kräftig eine zu verteilen. Trip Fontaine packen mächtig Synthesizer über Ihren auch so schon prächtig gefüllten Alternativerock und Jupiter Jones bleibt für den ein oder anderen die Neuentdeckung des Festivals. Gefühlvolle Texte, deutsch präsentiert und dazu prächtigen Gitarrenrock. Musikalisch die perfekte Überleitung zu Turbostaat.
Aber - Turbostaat sind nicht da. Der Tourbus blieb technisch bedingt stehen, der Ersatzbus im Stau. So bleibt die Felnsburger-Punkrock-Band dem Mini Rock-Festival leider fern. Es ist die einzige Bandabsage des Wochenendes. Enttäuschte Fans gibt es da auf der einen Seite, freudige auf der Anderen. Panteon Rococo und K.I.Z. stimmen zu, Ihre Auftritte jeweils zu verlängern. Dadurch werden Panteon Rococo nun 35 Minuten länger Ihren Latin-Ska präsentieren und K.I.Z. immerhin 15 Minuten mehr rappen. Ein Lob an die Veranstalter und Bands, so wird ein Bandausfall nicht überall kompensiert. So starten Panteon Rococo ein dem Headliner K.I.Z. ebenbürtiges Set, das die Leute zum tanzen bringt. Bläser, Bongos, Reggae-Rap-Ausbrüche - hier wird nochmal mächtig gefeiert, die Leute animiert zum Sitzen, Springen, Hüpfen, Klatschen - alles ist dabei.
Ein Ende findet aber auch dieser Auftritt und schon geht es los mit "K.I.Z.". Die Sprechchöre sind fordernd, die Menge ist ungeduldig. Mit K.I.Z. wurde ein gewagter Headliner gebucht. Deutscher Hip Hop auf dem Mini Rock-Festival. Damit hatte der ein oder andere ein Problem. Doch das Ausverkauft-Banner widerlegt alle Zweifel und so entern die Kannibalen in Zivil etwas später als geplant die Bühne. Als zweiter Song dröhnen die Beats von "Geld Essen" aus den Lautsprechern und schon ist die Menge in der Hand der vier Berliner. Auch K.I.Z. headlinen zum ersten Mal ein Festival. Groß ist der Druck, der aber sofort weggeblasen wird. Die Menge ist in Ihrer Hand, ob mit "Riesenglied", als "Hurensohn" oder wenn Sie sich mit der versammelter "Ellenbogengesellschaft" den "Eintritt" verschaffen. Dazu fliegen Geldscheine, Wasser, Klopapier und alles andere durch die Luft. "Spasst" und "Neuruppin" gibt's zur Zugabe. Oben leuchtet der Sternenhimmel, vor der Bühne ein Meer aus Feuerzeugen. So klingt das Mini Rock-Festival 2009 leise aus.
Mit einer riesigen Feier verabschieden sich somit die Mini-Rocker vom Horber Festplatz. Nächstes Jahr und auch in 2011 findet das Spektakel, das nun schon seit 2005 jährlich steigende Besucherzahlen aufweisen kann, im benachbarten Ihlingen statt. Wegen eines Grünprojekts, an der die Stadt Horb teilnimmt, kann das Festival nicht mehr an seinem alten Standort verweilen. Mit dem neuen Ort sind die Organisatoren aber definitiv zufrieden und man kann sich schon heute sicher sein, dass auch das Mini Rock-Festival 2010 ein voller Erfolg werden wird. Die Weichen dafür stehen bereits.

Es geht wieder los. Das Mini-Rock-Festival vereint dieses Jahr 18 Bands und der Ticketverkauf rollt. Wir sprachen mit Vereinsmitglied Adrian Laschinger über das Line Up, den Standort und mehr.

Am 22. und 23. August war es wieder so weit, die rund 20 Organisatoren des Mini-Rock-Festivals in Horb schrien zur großen Sause und rund 7.000 Zuschauer über das ganze Wochenende hinweg folgten diesem Ruf.
Lest hier mehr über das ganze Mini-Rock-Festivalwochenende 2008.

Die Konzertreihe Indie Rock City bringt mit dem zweiten Streich den Zirkus ins gemütliche Sudhaus - und zwar in Form von Bonaparte. Die schweizer Exil-Berliner haben vom Dompteur über Artisten bis zum wilden Getier alles dabei. Dazu gibt's dann noch tanzwütige Sounds und schlagkräftige Parolen.
Die Bühne teilen werden sich Bonaparte mit Urlaub in Polen aus Köln und Saalschutz aus der Schweiz. Noisepop meets Elektropop und dazu mächtig Party mit Bonaparte.
Stattfinden wird die Indie-Rock-City II am 21.08.2009 im Sudhaus Tübingen - der Vorverkauf läuft - holt euch die Tickets!