Bereit für schnelle Tempowechsel? Messerscharfe Gitarrenriffs? Harmonisch getragenen Gesang, der jederzeit in ein wüstes Raunen kippt? Bereit für die "The Toughest Kids Tour"? Mit Admirals Arms und Her Bright Skies im Schlepptau kamen Adept am 30.01. in das Zwölfzehn nach Stuttgart.
Tempo. Druck. Chaos. Talent. Die Gitarren laufen um die Wette, der Gesang bricht alles auseinander. Admirals Arms aus Frankreich eröffnen den Abend lautstark. Die Zuschauer betrachten das anständig, mit Abstand - vielleicht ist es Angst vor dem vielen Adrenalin und Testosteron auf der Bühne, vielleicht auch nur vor Sänger Hendrick, der, wenn er seine Texte gerade nicht auskotzt, eben in die erste Reihe rotzt. Eindruck hinterlässt das, einen sehr positiven. Musikalisch ist das hier zwar sehr brutal, aber es wirkt und geht gut nach vorne. So dürften Vorbands öfters sein.
Her Bright Skies haben nachfolgend einen schweren Stand, wurde zuvor die Messlatte doch sehr hoch gelegt. Muskalisch können Sie diese dann auch nicht höher setzen, aber die Anhängerschaft ist da - wurde vorhin noch gestaunt und begutachtet, werden hier schon die ersten Songzeilen mitgesungen, das erste mal getanzt. Die zu Adept befreundetet Band aus Schweden gibt viel, reißt am Ende außer den eigenen Fans aber nur wenige mit.
Adept dafür umso mehr. Der Hauptact des Abends bringt das Zwölfzehn von der ersten Sekunde an zum Glühen. Der Pit ist das erste Mal gefüllt, dreht sich rund, bis zum Ende. Die Single "Sound The Alarm" gibt vor, "Caution! Boys Night Out" kommt nach und . Beim Beziehungstrauma "At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore!" wird die Menge auf die Bühne geholt, nicht alle folgen dem Ruf, wohl mangels Platz, selbst die Gitarristen weichen auf die anliegende Bartheke aus. Kurz bevor das Zwölfzehn auseinander genommen wird, beendet der kleine Hit "Shark! Shark! Shark!" das Set, es gibt keine Zugabe - braucht es aber auch nicht, nach bald drei Stunden Live-Musik vom Feinsten.
Adept versuchen sich mit Ihrem Debüt-Album "Another Year Of Disaster" an harten Riffs, schwermetallischen Klängen gepaart mit treffsicherem Hardcore - und, es gelingt.
Verloren Bands wie Funeral For A Friend oder The Used über die Jahre Zähne, schlagen Adept nochmal eine kräftige Portion Metal auf Ihren hier und da recht brutalen Mix aus Hardcore und Punk. Dabei driften Sie aber nicht zu sehr wie zuletzt Bullet For My Valentine oder Alesana in das Genre Metal und halten sich so schön im Gleichgewicht des Verträglichen.
Auf "Another Year of Disaster" tummeln sich zehn großartig performte, raue Songs, die auf den Punkt produziert sind und durch viele feine Arrangements glänzen. Voll auf die Zwölf gibt es da, könnte man sagen, wäre es nicht zu abgedroschen. Zum Luft holen gibt es schön verstreute Momente, wobei die Ruhe so plötzlich wie Sie kommt wieder in einem Gewitter aus Instrumenten und brachialem Gesang verschwindet. Von der jungen, aufstrebenden Band wird in Zukunft sicherlich noch viel zu hören sein.
Um euch Adept nun auch noch musikalisch näher zu bringen haben wir "Shark! Shark! Shark!" für euch.