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Donnerstags um drei mit Stefan Haug (29.07.2010)

Refused - New Noise

Refused are fucking dead. Am Höhepunkt ihres Schaffens löste sich die vierköpfige Formation 1998 auf. Sie hinterlassen drei Alben und etliche weitere Veröffentlichungen in Form von Demos, EP’s und Compilations. Frontmann Dennis Lyxzén ist seither mit seiner (International) Noise Conspiracy unterwegs und das ist nicht die einzige Band, die aus den Trümmern von Refused entstand. Der Meilenstein „The Shape Of Punk To Come“ ist der angesprochene Höhepunkt, mit dem Refused bewiesen, dass sie ihrer Zeit Jahre voraus waren. „New Noise“ ist nicht nur die Referenz-Single zum Album, sondern ein Klassiker.

Jaguar Love - I Started A Fire

Jaguar Love sind eine Nachfolgeband der großartigen Blood Brothers, die seit 2007 getrennte Wege geht. Johnny Whitney und Cody Votolato entschieden sich, weiterhin gemeinsame Sache zu machen und entfernen sich mit ihrem neuen Projekt deutlich vom noisegetränkten Chaos-Hardcore der Blutsbrüder. Alleine Johnny Whitney’s unsagbar hohe Stimme ist als altes Erkennungsmerkmal geblieben, diese schreit und quiekt sich nun aber durch Soundcollagen aus Keyboardeffekten, gepushten Drumsounds und harmonieseligen Gitarrenmelodien. Normal ist das aber immer noch nicht.

Klaxons - Echoes

Die New Rave Pioniere Klaxons stehen mit ihrem zweiten Album „Surfing The Void“ auf der Zielgeraden. Nach einzelnen Hörproben gibt es mit Echoes eine erste Single, die hymnenhaft um die Ecke biegt, sich im Tempo und in Sachen Tanzbarkeit im Vergleich zu alten Stücken aber zurücklehnt. Bis zum Refrain, da blüht das Ganze dann ganz groß auf und sollte einen nicht ruhig stehen lassen. Ende August kann man sich dann vom ganzen neuen Werk beeindrucken lassen, welches sicherlich mit demselben Suchtpotenzial wie „Myths Of The Near Future“ auftrumpft.

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Donnerstags um drei mit Werner Rietzschel (22.07.2010)

Little Red – Coca Cola

Little Red bedeutet übersetzt Rotkäppchen?! Was die Jungs aus Melbourne uns damit sagen wollen sei dahin gestellt. Musikalisch aber stehen sie auf voller Höhe. Mit ihrem verspielten Retro-Rock gepaart mit Indie-Sound erinnern sie in bester Manier an die Beach Boys oder ähnlichem Sixties- sound.

Der Song “Coca Cola“ stammt aus ihrem derzeit einzigen Album “Listen To Little Red“Australien hat weit aus mehr zu bieten als AC/DC und Kylie  Minouge, einfach Augen und Ohren offen halten wenn von „Down Under“ die Rede ist.

Bedouin Soundclash – Santa Monica

Was für Assoziationen gehren in einem auf, wenn man das Land Kanada denkt? Schnee, Französisch, Elche und dann gibt es da noch eine kleine Ragge-Rock-Pop-Formation namens Bedouin Soundclash. Für die Jungs gibt es, innerhalb ihres Musik Universums, keine Grenzen. Da werden gerne mal die Grenzen zwischen den diversen musikalischen Sparten (Elektro, Punk usw.) gemischt und dann nochmal über den Haufen geworfen. Ihre Nummer  “12:59 Lullaby“ war bereits Titelmusik einer Grey's Anatomy-Folge. Der Song “Santa Monica“ ist auf ihrem Debütalbum (insgesamt sind es bereits drei Alben) “Root Fire“ aufzufinden. Fociert das Gefühl, sich ab und an mal zurückzulehnen...

Cat Power – The Greatest

Alkoholprobleme, Psychische Erkrankungen, Klinikaufenthalt, all das hat Charlyn Marie Marshall alias Cat Power brereits hinter sich. Sonst würde man wohl keine Erklärung finden, wie ein Mensch es schafft so eine Zerbrechlichkeit an den Hörher heranzutragen. Ihr minimalistischer Stil, markant dafür, dass sie oft nur von Piano- oder Gitarrensound begleitet wird, tut sein übriges. Bereits acht Alben hat die, in der Sparte Alternative-Country angesiedelte, Powerfrau veröffentlicht. Ihr Album „“The Greatest“ schaffte es gerade mal bis auf Platz 72 der deutschen Album-Charts. 

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Donnerstags um drei mit Anna Brown (15.07.2010)

Band of Skulls – Honest

Honest ist  wohl der ruhigsterTrack von ihrem 2009 erschienen Debut baby darling doll face honey Album. Gerade auch deswegen gefällt mir dieser besonders gut.  Zurücklehnen und zuhören - verträumt  und nachdenklich stimmend. Drei Gitarren und gesanglich teilweise im Duett als Version von http://vimeo.com/5996635  besonders schön. Genau richtig für laue Sommerabende. Und unheimlich motivierend für  Gitarrenveteranen. Also ran!

James Yuill – This Sweet Love

Eine schöne Mischung aus elektronischen Klängen und Singer-/Songwritertum bringt uns der Londoner näher. Locker leicht, verspielt und glücklich stimmend klingt This Sweet Love wie eine kleine Liebeserklärung: „Walk, walk out on the beach with me. Walk out in the sea with me. Just be...” auf dem 2009er Turning Down Water for Air Album zu hören. Wobei inzwischen auch sein neues Album Movement in A Storm erschienen ist.

Tunng – Hustle

Fröhlich, aufmunternd (falls der Sommer nicht längst auch Einzug in das Gemüt gehalten hat) und wie verrückte, sommerliche Spontanaktionen klingt dieser Song. “And you will slide on the back seat of my bike. And I will ride you home drunken in the rain...” vermag dies noch zu betonen. Wer bekommt da nicht auch Lust einfach irgendwo hinzufahren und die Welt zu erforschen? 2010 auf ...And Then We Saw Land erschienen und das vierte Album der Londoner.

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Donnerstags um drei mit Joscha Kollascheck (08.07.2010)

Boards of Canada – Everything You Do Is A Balloon

BoC-Stücke sind Heimathäfen. Wie kleine Schätze, die man für sich aufbewahrt und bei Bedarf hervorholt, wenn man einen Tapetenwechsel nötig hat und sich an einen fernen Ort wünscht. Dabei verlieren sie auch kaum an Farbe und Strahlkraft. Stets wird man unvermittelt von einem angenehm entschleunigenden Gefühl der Nostalgie ergriffen. „Everything You Do Is A Balloon“ von der 1996 erschienden EP „Hi Scores“ ist dabei ein ganz besonderes Artefakt der elektronischen Magie der Boards of Canada. Ein simpler, hypnotischer Beat und eine Handvoll fluktuierender Melodiefragmente. Endstation Sehnsucht.

The National – Sorrow

Die neue National-Platte „High Violet“ ist der Soundtrack für Abende der Tristesse, wenn die Dunkelheit alles zu verschlingen scheint und sich die Wahrnehmung auf das grüblerische Selbst reduziert. Wenn man Halt sucht an Vergangenem, Momente immer und immer wieder in seinem Kopf rotieren lässt, sie aber ja doch nicht zurück bekommt. Dann, ja dann entfalten diese Songs ihre besondere Wirkung. Oden an die Trübseligkeit. I live in a city sorrow built / It's in my honey it's in my milk.

Wavves – Take On The World

Seit kurzem auf MySpace zu hören ist das neue Werk der Lo-Fi Kombo Wavves. „King of The Beach“ heißt es und versprüht im Grunde die gleiche Mischung aus Melancholie und müßigem Wohlbehagen des gerade florierenden Sufrock-Revivals wie die Kollegen von Real Estate oder Best Coast. Nur etwas punkiger. Als feierten die Beach Boys eine Strandparty mit Blink 182 und Animal Collective. Das scheppernde „Take On The World“ gehört auf jeden Fall jetzt schon zu meinen Sommerhits 2010.

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Donnerstags um drei mit Lukas Steimle (10.07.2010)

Dick Dale And His Del-Tones

Ein kleiner Trip zurück ins Jahr 1961. Es ist an der Zeit die Badehose anzuziehen, das Surfbrett unter den Arm zu klemmen, die passende Gefolgschaft einzusammeln und dann nichts wie ab zum Strand, wo in prächtiger Stimmung gebadet, gesurft, musiziert und vor allem der Sommer zelebriert wird. So in etwa muss man sich das wohl vorstellen - die Zeit, in welcher der Surf-Rock geboren wurde. Und Dick Dale gehört mit seinen Del-Tones sicher zu den großen Stilikonen und Wegbereitern dieses Genres. Also den Surf Beat anschmeißen, die Gliedmaßen schwingen und den Sommer genießen.

Real Estate - Black Lake

Zurück in die Zukunft. Wir bleiben dem Surf Genre treu, allerdings in einem wesentlich modernerem und entspannterem Indie-Gewand. Real Estate - so der Name dieses amerikanischen Quartetts, welches das Ohr mit gewohnt hallenden, wunderbaren Gitarrenmelodien verwöhnt und zum exzessivem Tagträumen einlädt (the sun comes with the tide and it's so beautiful i close my eyes). Ihr 2009 erschienes selbstbenanntes Debutalbum gehörte mit Sicherheit zu den ganz großen Geheimtipps des letzten Jahres und macht die momentan stark wachsende Beliebtheit dieses Musikstils absolut nachvollziehbar.

Phosphorescent - How Far We All Come Away

Erst neulich bei uns vorgestellt und nun schon wieder mit dabei? Ja, denn diesen Herren kann man nicht oft genug erwähnen. How Far We All Come Away ist eines seiner früheren, noch wesentlich melancholischeren Stücke, mit typisch emotional-explodierendem Ende, vom 2003 erschienen Album A Hundred Times Or More. Und auch weiterhin gilt: Jedem, dem sich die Möglichkeit bietet diesen Herren live zu sehen, sollte sich die Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen, denn was hier musikalisch und vor allem emotional geschieht ist nur schwer in Worte zu fassen.