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ZebraheadimUniversumStuttgart

von Stefan Haug

Bevor Sie auf eine Festival-Tour im anstehenden Sommer kommen und dabei das Southside-Festival genau so wie Rock Am Ring und Rock Im Park beehren brachten Zebrahead aus Kalifornien das Universum in Stuttgart zum Schwitzen.

9 Alben, EP's, Compilations; 14 Jahre auf dem Buckel, aber keineswegs alt. Das krasse Gegenteil präsentieren Zebrahead auch heute in der zweiten Dekade ihres Bestehens, auf der Bühne des Clubs Universum in Stuttgart - junggeblieben, ungezogen, stürmisch. Punk trifft Pop und skatet um die Wette.

Bestens gelaunt sind die fünf Kalifornier im nicht ausverkauften, aber trotzdem gut gefüllten Universum. Die Menge drückt sich vor der Bühne hin und her, gepogt wird von Anfang an ohnehin bis zum Umfallen. Da Bedarf es keiner Ansage - und kommt die Aufforderung doch, dreht sich der Kreis noch etwas wilder.

Das Publikum ist recht jung am heutigen Abend, der Frage von Sänger und Gitarrist Justin Maureiello nach den unter 18-jährigen im Publikum schallt es laut entgegen. Leicht beschämend ist das für die Älteren darunter, doch man steht dazu, es geht um Musik - und da ist Poppunk früher wie heute für viele die erste Liebe zum großen Genre Rock. Manche bleiben hängen, für viele ist er das Sprungbrett zu mehr, artverwandtem oder auch neuem.

Soweit ist es aber noch nicht, heute heißen die Akteure Zebrahead und bestechen durch ihre Mischung aus guter Laune, spitzen Riffs und scheppernden Drums. Die typischen Punk-Band-Ansagen haben sie auch mit dabei, die hier und da ganz nett sind, lustig ist aber irgendwie anders. "Muschi" anstatt "Yeah" mit passender Handbewegung - da lieber zur Originalversion von "Playmate Of The Year" zurückgreifen und nicht ins peinlich kindische abdriften. Da gehen Songs wie "Hell Yeah", "Two Wrongs Don't Make A Right", "Postcards From Hell" oder "Rescue Me" gleich besser runter. Und wenn "Oops!...I Did it Again" vom aktuellen Cover-Album "Panty Raid" ins Set gehievt wird, dann ist das wohl so, vermisst hätte es aber sicherlich auch niemand. Dann lieber nochmal ein "Falling Apart" oder doch ein zweites, aber nur halb so schlimmes "Playmate Of The Year".

Sänger Ali Tabatabaee, der die hier und da auch recht aggressiven Rap-Parts übernimmt, beugt sich immer wieder über's Publikum, lässt dieses Mitsingen oder nimmt das Bad darin. Bassist Ben Osmundson schüttet derweil kräftig Wasser über die Menge oder mimt den Springbrunnen direkt in die vorderen Reihen.

Trotz eines recht frühen Beginns wollen Zebrahead schon vor 23 Uhr die Bühne räumen, werden von den lauten Rufen des Publikums aber abgehalten und hauen noch jede Menge Zugaben raus. Die in Asien zu den ganz Großen zählenden, die auch schon in den großen Stadien ihr wildes treiben zelebrierten, freuen sich sichtlich über den lautstarken Beifall. Zu stürmisch sollte man das aber dann doch nicht feiern. Beim letzten Song, bei dem tatkräftige Unterstützung in Form von Opener MC Lars und Vorband Attack! Attack! die Bühne stürmt, stürzt Ali Tabatabaee beim Stagediven auf den Boden und muss leicht bewusstlos von Fans Backstage gebracht werden. So kann das auch enden, vergessen wird er das wohl wirklich nicht so schnell - ein paar Konzertbesucher, die hier das erste Mal mit in Berührung kamen sicherlich auch nicht. Im Sommer dann noch einmal. Southside, Rock Am Ring, Rock Im Park - Vorsicht - Zebrahead kommen.