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Foto: Stefan Haug
11 Young Rebel Set mit Chew Lips im Universum

Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

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07 Young Rebel Set mit Chew Lips im Universum

Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

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14 Young Rebel Set mit Chew Lips im Universum

Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

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Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

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Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

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02 Young Rebel Set mit Chew Lips im Universum

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12 Young Rebel Set mit Chew Lips im Universum

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Young Rebel Set brachten bei ihrem bereits zweiten Konzert in Stuttgart den Folk ins Universum. Den und die Dance-Pop-Band Chew Lips aus London.

Young Rebel Set am 20.03. im Universum

von Kathrin Müller

Johnny Cash trifft Bruce Springsteen, treffen Oasis, treffen die Libertines, treffen Pogues. Und das alles gelingt einer kleine Band aus einem Dorf in England, die sich Young Rebel Set nennt und Musik zum Genießen, Spass haben und Dauerlächeln macht. Klingt gut. Und das tut es im Universum auch.

 

 

 

Der ein oder andere war wohl erstaunt, wie viele folkbegeisterte Menschen sich an diesem Sonntagabend auf den Weg ins Universum machten, um den Tatort gegen den Geheimtipp aus Stockton-on-Tees zu tauschen. Es soll sich wohl lohnen, denn obwohl die Jungs aus England noch kein Album veröffentlicht haben und in Deutschland auch kaum einer was von ihnen gehört hat, schaffen sie es ausverkaufte Konzerte zu haben. Das klingt nach Potential. Ausverkauft war es nicht in Stuttgart, dennoch aber so gut gefüllt, dass wer tanzen wollte zu diesem Vergnügen kam. Wem jedoch zuhören, stauen und genießen lieber war, konnte das ebenso tun, ohne dabei ständig angerempelt oder umgerannt zu werden.

Doch zunächst ein paar Worte zur Vorband, denn die haben sich Chew Lips aus London wirklich verdient. Mit unglaublich viel Power und Energie eröffnen sie den Abend und spielen ihren progressiven, manchmal auch aggressiven Elektropop, der ein wenig an The Ting Tings und La Roux erinnert. Frontfrau Tigs steht dabei Katie von den Ting Tings in keiner Sache nach: Mit der gleichen angenehmen Aggressivität wie Leidenschaft dafür aber mit weniger Zerstörungswut rockt sie die kleine Bühne im Universum - und das Ganze mit Schuhen auf denen Andere keine zwei Minuten stehen könnten. Fazit: Musikalisches Temperament, von dem man in diesem Sommer mit Sicherheit noch mehr zu hören bekommt.

Mit einem ganz anderen Stil, aber mit mindestens genau so viel Leidenschaft und Herz sind Young Rebel Set  am Werk. Folkige Gitarrenriffs, schlichte und hymnische Abfolgen und bodenständige Workingclass-Lyrics. Dafür steht das Septett aus Nordengland, das an diesem Sonntagabend allerdings nur zu sechst auf der Bühne steht. Warum wird nie erwähnt und weiss deswegen auch keiner so genau. Sich bemerkbar machen oder gar schaden scheint diese Tatsache aber weder dem Sound, noch der Stimmung. Die raue Stimme des Sängers mit dem unverkennbar britischen Akzent sowie die große Anzahl an Instrumenten sorgen für einen unverwechselbar dichten Sound, der trotz der unglaublichen Lautstärke immer erstaunlich klar und deutlich bleibt. 

Doch nicht nur Mandoline und Mundharmonika beweisen, dass Young Rebel Set  keine normale Indiefolkband sind. Mit heiterem, unzynischem und gleichzeitig unverschämt gutem Songwriting heben sie sich von der Masse ab. Es ist diese schlichte Einfachheit der Gitarrenriffs in Verbindung mit den simplen und bodenständigen Lyrics, die bestechen und die ihre Lieder zu etwas ganz Besonderem machen. Viele Songs beweisen außerdem eine Art Hymnencharakter, wie zum Beispiel Measure Of A Man und Won´t Get Up Again, so dass es einem nicht schwer fällt, sofort mitzusingen.

Allen voran sind es zwei Dinge, die Young Rebel Set ausmachen und gleichzeitig zu Gute kommen. Einmal ist da der Sympathiefaktor, durch ihre Auftreten mit Hut und karierten Hemden mit hochgekrempelten Ärmeln. Noch viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass ihre Lieder immer unglaublich authentisch wirken. In Walk on und Billy Died glaubt man ihnen ihre Geschichten von verlorener Liebe und gebrochenen Herzen. Auch die Old-School Romantik in Fall Hard und Borders nimmt man ihnen ohne weiteres ab. Man kann sich mit ihnen identifizieren, findet sich wieder in diesen hoffnungslos romantischen Geschichten aus der Welt der unglücklich Verliebten. Umso enttäuschender und verwunderlicher ist es, dass sich Young Rebel Set im Universum sehr distanziert geben, kaum mit dem Publikum kommunizieren und im Großen und Ganzen nur ihr Set runterspielen. Dieses ist gut, da gibt es keine Zweifel, da war alles dabei was reinmusste, da wurde nichts vermisst. Doch gerade von einer Band, die doch sehr auf Live-Auftritte und Sympathie setzt, hätte man etwas mehr Nähe erwartet.

Nach nicht mal einer Stunde verlassen die Jungs dann leider auch schon fürs erste die Bühne, kommen aber für drei Zugaben wieder zurück. Songtechnisch hat hier nichts gefehlt, da wurde alles gespielt. Vermisst wurde allerdings ein wenig die Leidenschaft und Begeisterung, die mit Sicherheit in ihren Lieder steckt, die sie aber an diesem Abend wohl offensichtlich dem Publikum gegenüber nicht so gut zum Ausdruck bringen konnten. 

Nichtsdestotrotz war dieses Konzert ein Schönes und Gutes, bei dem bei bunt gemischtem Publikum eine heimelige Stimmung aufkam, die für diesen lebensbejahenden Hemdsärmelrock (NME) so ungemein wichtig und überhaupt nicht wegzudenken ist. 

Vom 1210 ins Universum, das war auf jeden Fall der erste Schritt und man kann gespannt sein, wo Young Rebel Set nächstes Jahr stehen werden.