Tübingen machte am 08.10.2010 die Freitagnacht zum Tag. Als die Stadt dann schon aufblühte, von Menschen durchströmt wurde und die Clubs und Bars lebten, krachten sich Trip Fontaine aus Rodgau lautstark durch ihren zerstreuten Indie im Epplehaus.
Trip Fontaine haben seit dem letzten Album Dinosaurs In Rocketships mächtig geackert und fleißig für Furore gesorgt. So überrascht es nicht, dass der neue Langspieler Lambada bei Kritikern und in Rezensionen für noch mehr entrückten Enthusiasmus sorgt. Ein Album also, das vorgestellt gehört. In seiner vollen Pracht - Live. Für exzessive Shows bekannt, sollte dies für Trip Fontaine kein Hindernis sein.
Eine Stunde später als geplant drängt sich die fünf-köpfige Truppe dann auf die Bühne. Klang 21.oo Uhr doch auch recht früh für ein Konzert in einer Freitagnacht, die zum Tag gemacht werden will und damit erst enden soll, wenn schon Samstag ist. Und schon nach den ersten brachialen und doch ausgeklügelten Melodien im instrumentalen Opener, der es noch nicht auf Platte geschafft hat, wird klar, das

Warten hat sich gelohnt. Trip Fontaine zerschießen oftmals jede angespielte und gute Idee mit einer noch besseren. Auf die Instrumente wird eingeprügelt. Schade, dass da die Kamera ab und zu versagt. Trip Fontaine ist das egal. Die Füße bleiben nicht still, jeder Quadratmeter der Bühne möchte erkundet werden - hüpfend, springend, tanzend. Und wenn die Bühne zu klein wird, geht es eben in die Menge.
Songs wie No Guts oder Wit Taker sind melodiös und versöhnend, brechen aber zugleich auch aus auf der Suche nach mehr. Älteres wie die gefeierte Single Shine On You Lazy Liasion ist zum Tanzen geboren. Eines ist es aber immer. Eine Band aus Rodgau, die ihr Material verdammt laut durch die Boxen jagt.
Trip Fontaine zelebrieren ein organisiertes Chaos, das durch verschiedenste Effekte immer wieder durchfahren wird. Der Elektro in Form von Synthesizern ist auf Platte präsent, in der Wucht der Live-Performance gehen da die Gitarren und vor allem der wummernde Drum-Sound drüber und stellen diesen Funken Elektro erstmal bei Seite. Timo Dries, Alexander Wilz, Klaus Herrmann, Florian Petzinger, Sebastian Wirth wissen zu überzeugen und auch, wie man Instrumente bedient. Die beherrschen sie so gut, das auf der Bühne munter durchgewechselt wird. Auch am Mirkofon bleibt es nicht bei einem Sänger.
Keine Überraschung, dass nach einer guten Stunde zur Zugabe gebeten wird. Die gibt es auch. Und die zeigt ein letztes Mal eine Band, die durch jugendlichen Tatendrang, wie auch einer gesunden Portion Unberechenbarkeit besticht.
Anschließend wird im Kellergewölbe des Epplehaus die Aftershowparty mit MONKEY VS. ROBOT im Rahmen der Tübinger Partynacht gefeiert. Und wen es doch nicht im zerrockten Epplehaus hält, macht sich mit dumpfen Ohren auf den Weg in die Stadt, in der es noch genau so bis in die tiefen Morgenstunden weiter geht.