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Stuttgart Calling zwölfzehn 24.04.2010

von Manuel Niedermann

Freitag Abend im zwölfzehn, das nächste Kapitel der Reihe "Stuttgart calling"

Dieses Mal freut man sich auf Tim Neuhaus, der mit nagelneuer EP unterwegs ist und noch drei Mitmacher dabei hat. Doch vorher gibt's noch was Einheimisches: Philipp Frei.

Manch einer hat hohe Erwartungen an den studierten Schlagzeuger Tim Neuhaus, der sich Mitglied im Grand Hotel van Cleef nennen darf, unter dessen Fittiche dann wohl auch das noch dieses Jahr erscheinende Album veröffentlicht wird. Neuhaus & friends spielen Songs, die hier und da ein wenig durcheinander klingen, aber allesamt einem gefälligen, durchgehenden Stil folgen. Die vier passen zusammen und sind sich einig. Zu sagen, man hört eine Mischung aus Rock und Pop hatte zwar noch nie Aussagekraft, passt hier aber wie die Faust auf's Auge.

An Philipp Frei kann wohl kaum jemand Erwartungen haben, denn er ist ein noch recht unbeschriebenes Blatt in der Musiklandschaft Stuttgarts, einer, der vielleicht auch für einen Wein und ein Stück Käse bereit ist seine Musik zu zeigen.
Mit Mütze, Gitarre und jungenhaftem, verschmitzten Lächeln beginnt er sein Konzert ganz harmlos.
Und plötzlich kommt man sich vor wie an einem frühen Frühlingsabend unter einer blühenden Kastanie. Jemand grillt, kühles Bier, Kerzenschein, eine handvoll Menschen. Und dieser Typ mit der Gitarre: die Beine ungemütlich ineinander verknotet, die Gitarre geschickt auf den Schenkeln balancierend, den Blick auf die Hand an den Saiten gerichtet, die Augen trotzdem geschlossen.
Die Stimme beginnt leise, unscheinbar. Dann folgt ein Refrain. Wo steht das Mikrofon und wer hat es aufgedreht? Manchmal klingt es nach ein bisschen zu viel Whiskey am Vorabend. "Hier, nimm noch einen Schluck." Der Wechsel zur säuselnd-sanfter Stimme gelingt, die Ausdrucksstärke bleibt. Die Songs erzählen von Liebe und Leid, von Mann und Frau, von Haut und (Scham-)Haar. Sie sind nicht gerade poetisch, dafür echt. Schon gut.
Ein Wein und ein Stück Käse? Bald wird das nicht mehr genug sein.
Und jetzt? Aufwachen, zurück im zwölfzehn? Ich bleib' noch ein bisschen.