Aus Drei mach Zwei. Nachdem sowohl Atlases, als auch IRA (Fehleintrag im Terminplan!) ihren Auftritt absagen mussten, sprangen kurzfristig Gemini-One in die klaffende Vorbandlücke. Dabei bot der gut gefüllte, kleine, dunkle Konzertraum im Stuttgarter Jugendhaus West sogar zeitweise die richtige Stimmung für eine kleine instrumentale Doom-Orgie – beispielsweise, als die drei Musiker ihre Instrumente im düsteren, von Nebelschwaden durchzogenen Bühnenlicht in passender Pose bearbeiteten – und dennoch wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Stellenweise machten die dröhnenden und rockigen Gitarren und das stimmige Schlagzeug zwar richtig Laune und das Zusammenspiel wirkte bemüht, aber es fehlte dann doch an Erfahrung, um atmosphärisch an Bands, wie Sunn O))) oder Electric Wizard ranzukommen. Und da Atmosphäre beim Doom wohl das Entscheidende ist, war die persönliche Stimmung zunächst nur hitzebedingt am Siedepunkt.
Ein halbes Bier später kamen This Will Destroy You auf die nun farbenfroher beleuchtete Bühne. Leider bestätigte sich allerdings recht schnell das, was sich bei Gemini-One schon angekündigt hatte: Der Sound war ein lauter Brei. Eigentlich fatal beim Postrock.
Ein viel zu vordergründiger (mit Absicht übersteuerter?) Bass und Synthesizer ließen den schönen Gitarrenmelodien nur selten den nötigen klanglichen Raum zur Entfaltung, sondern erstickten sie meistens in einem Noisegewitter, aus dessen Trümmern dann etwa Quiet oder The World Is Our erwachte. So hatte das zwar auch seinen Reiz, wenn einem die Schädeldecke aufgefräst wurde, damit der Drummer die Hirnrinde mit seinen Werkzeugen direkt bearbeiten kann, um kurz danach von einer leisen Melodie nach dem Motto "Es wird schon alles wieder gut" gestreichelt zu werden. Allerdings wurde dem Namen entsprechend mehr zerstört, als kreiert. Schade eigentlich. Persönliche Highlights wie das mit elektronischen Spielereien unterlegte They Move On Tracks Of Never-Ending Light ließen aber all das Nörgeln schnell verpuffen und waren schlichtweg mitreißend.
Übrigens scheint es wohl eine Angewohnheit von Instrumental-Bands zu sein, möglichst wortkarg daherzukommen. Publikumkontakt fand bei beiden Bands nur sehr bedingt statt und auch kurze Verschnaufpausen nach den Stücken waren eine Seltenheit.