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Foto: Robert Böing
The Ukulele Orchestra Of Great Britain

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The Ukulele Orchestra Of Great Britain

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The Ukulele Orchestra Of Great Britain

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The Ukulele Orchestra Of Great Britain

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The Ukulele Orchestra Of Great Britain

The Ukulele Orchestra of Great Britain am 02.10.10 im Theaterhaus Stuttgart

von Robert Böing

Samstagabend, auf dem Weg ins Theaterhaus war nicht klar, was auf mich zukommt. Was ich sicher wusste, ein Sitzplatz für The Ukulele Orchestra Of Great Britain war auf meinen Namen reserviert.

Für gute journalistische Arbeit ist es bekanntlich gut, unvoreingenommen zu Konzerten zu gehen. Ich setze mich daher in den ausverkauften T1, den größten Saal des Theaterhauses, und lasse mich auf die Stimmung der gut 1000 anwesenden Seelen ein. 

Eine Band von der Insel steht auf dem Programm. Ich erwarte unkomplizierte Unterhaltung, gespickt mit britischem Humor der allgemeinverträglichen Art. Die acht Mitglieder vom Ukulelen Orchester spielen sich einfache Bälle zu, machen sich hier und da ein Spaß mit dem Publikum, verschenken britische Briefmarken, Vasen und ein Twinnings. 

Mit einer Kombination aus Musik, Show und Humor füllen die 7 Ukulelen Spieler und ein Bassspieler die Zeit. Sie nutzen ihre Ukulelen wie auch ihre Stimmen auf kreativste Weise, behalten aber immer einen klaren, strukturierten Sound. The Ukulele Orchestra Of Great Britain machen ernsthafte, zwar amüsante, aber durchweg durchdachte Ukulelenmusik. Nicht ohne Grund war die Coverversion von Ms. Dynamites Dy-Na-Mi-Tee schon auf Platz 81 der britischen Single-Charts.

Doch tritt dieses Orchester auf, sitzen 8 Typen auf der Bühne, die wenn sie nicht zufällig in einer Band spielten, wohl nichts miteinander zu tun hätten. Mir kommt es so vor, als ob jeder seinem eigenen Stereotyp möglichst detailgetreu nacheifere.
Allen voran George Hinchliffe, britischer Heinz Erhardt. Er strahlt nicht nur den gleichen Humor aus wie der deutsche Altkomiker – er sieht auch noch genau so aus. Hinchliffe, das wurde sehr schnell klar, ist der Kopf der Band. Mit viel Selbstironie führt er die Band sicher durch den Abend.
Bei einem Interview sagte Hinchliffe, die Bühnen der Theaterhäuser wären ihm die liebsten. Selbst hätte ich mich jedoch gerne ein wenig mehr zu den Tönen der Engländer bewegt, doch der durchschnittliche Besucher wird sich wohl zwischen 18 und 75 Jahren, Kurz- bis Langhaarigkeit und musikalisch zwischen Bach und Bushido bewegt haben. Daher wird der korpulente Musiker mit der Hornbrille wohl recht haben. Der Theatersaal passt am besten zu ihnen. 

Nach einem Popmedley gab es zögerliche Standing Ovations. Mit einer Dreiviertelstunde Überlänge ging der Abend schließlich mit einer Hommage auf einen ehemaligen finnischen Reifenhersteller zu Ende. Danke.