Mit Rock’n’Roll Queen wurden sie über Nacht berühmt. Das energiegeladene Trio The Subways kommt am 7. November wieder ins beschauliche LKA Longhorn. Ob die Haarfarbe von Sänger Billy die einzige Neuheit ist?
Zum dritten Mal spielten nun The Subways im LKA Longhorn. Wieder mal mit einem neuen Album in der Hand.
Nach einer laaaaaangen Diskussion, dass wir die sind für die wir uns ausgeben (Also meistens nehmen wir die Identitäten von Redakteuren von Intro, Visions oder Metal Hammer an), durften dann auch gleich The Computers aus England anfangen. Die machten ihre Sache auch gar nicht mal so schlecht als Anheizer. Wie ein Hybrid aus The Hives mit Hardcore-Gesang kamen sie daher und zeigten ein kleinwenig Wahnsinn auf der Bühne. Ihre einheitlich weißen Klamotten erinnerten an Bewohner von psychiatrischen Klinken. Oder halt Ärzten. Musikalisch gab es hier nix auszusetzen. Persönliches Highlight war das Surfin Bird Cover von The Trashmen aus den Sechzigern. Family Guy-Fans jubelten. Aber das waren halt nur meine Freundin und ich. Guckt halt keiner mehr Fernsehen und ist ein Sesselpupser wie ich.
Die Übersättigung von The Subways fordert langsam Tribut: Nicht nur auf jedem Festival dieses Jahr wurde man mit den Dreien konfrontiert, sondern auch für das neue Album Celebrity & Money hat man in Funk und TV ordentlich die Werbetrommel gerührt. The Subways Überdosis, also. Daher war auch das LKA nicht nur nicht ausverkauft, sondern auch ein Tick schlechter besucht als das letzte Mal. Besagtes Album traf auch nicht jedermanns Nerv, da man mit All Or Nothing schon ein rundum gelungenes Ding abgeliefert hat.
Nichtsdestotrotz ging es dann mit Oh Yeah, begleitet von sehr vielen Schweinwerfer Gedöns los und die Reihen flippten aus. Trotz einer ordentlichen Kreischeinheit der ersten Reihe, blieb Sänger Billy natürlich gelassen, quittierte dies aber mit einem breiten Grinsen. Das The Subways einen Faible für Deutschland haben, schlägt sich auch in den Ansagen nieder. Ein bloßes „Wie geht es euch“ ist ein leichtes für das Trio aus England. Performance-mäßig war alles cool: Billy schrie und sang so tight wie eh und je, auch die üblichen Sprünge von allen Podesten, die auf der Bühne so da standen, klappten wie immer. Bassistin und Schöngesangsexpertin Charlotte schwang ihre Mähne und drehte auf der Bühne total auf. Kein Wunder das die anderen Fotografen an ihr klebten. Trommelmann Josh machte eine gute Figur, verschwand aber durch die Lichteinstellung öfters aus dem Sichtfeld. Kann auch an den beiden Gummibären da oben liegen. Textsicherheit ist seit kurzem in Stuttgart ein großes Ding. Auch heute wieder gab es im Publikumsgesang nichts auszusetzen und ausnahmslos jedes Lied wurde abgefeiert. Klar, der Höhepunkt einer Subways Show ist und bleibt Rock’n’ Roll Queen, doch auch der Zugabeblock wusste mit Friday, At 1.AM und It´s a Party zu begeistern.
So bleibt für mich ein Zwiespältiger Eindruck zurück: Die Show bleibt zwar großartig und die neuen Lieder sind wie gemacht für Liveshows, aber irgendwann hat die Kreativität ihre Grenzen und dann ist man genauso schnell weg vom Fenster wie die deutsche Band Juli.