Mit der Slaughtour 2011 bringt Radio Clash drei moderne Metal Bands aus Schweden in das Universum Stuttgart. Am 21.12.2011. Ho ho ho!
Manchmal braucht man ein paar Tage um ein Konzert zu verdauen und manchmal muss man einfach offen sein für gewisse Arten von Musik. Ich wollte am 21. Dezember irgendwie nicht solidarisch sein.
Generell muss man mir auch eingestehen, dass es mir nicht einfach gemacht wurde an diesem Abend. VFB Fans verstopften sämtliche Möglichkeiten sich fortzubewegen, sei es nun via U-Bahn, Bus, Auto oder Helikopter, dann noch der Einlass vor Ort, der sich um 30 Minuten verzögerte… Ja das wurde alles in das überlaufene Fass aka meiner selbst geschüttet. Meine Befürchtungen das ich mit meinem Kumpel heute die Ältesten im Universum sein würden, wurde dank der Security und des Bar-Personals zerschlagen. Der Rest war schnuckelige U20. Minimum! Aber es soll mir recht sein. Es gibt viel zu schlecht besuchte Konzerte in letzter Zeit, da ist es doch erfreulich wenn junge Menschen das Universum vollmachen und zu 4 Bands des modernen Metals tanzen können
Und getanzt wurde auch schon ordentlich zu Aliens Ate My Setlist, die den Abend eröffneten und genauso schnell wieder aus dem Kopf draußen waren, wie ihr Bandname buchstabiert. Sorry Bro´s, ein anderes Mal vielleicht.
Mein persönliches Highlight sollte dann schon als nächstes Antreten und den Namen One Without tragen. Optisches Aushängeschild mag zwar die Sängerin Cat sein, aber auch der Gitarro Boy mit nackten Oberkörper, konnte den ein oder anderen Schmachter aus der Damenwelt für sich verbuchen. Musikalisch war hier noch alles völlig in Ordnung, wobei der Gothic Rock auf Platte ein bisschen mehr Power hatte. Leider blieb auch kein Lied so wirklich im Ohr hängen, so das die 30 Minuten recht zäh wurden. Was will man mosern: Ihr 17 Track starkes Album kann man für umme auf ihrer Homepage runterladen und sich selber ein Bild machen. Oder es einfach wieder löschen.
Also quasi Co-Headliner wollten Marionette im Anschluss die Puppen tanzen lassen. Ja dieser Wortwitz landet hier, egal wie hohl diese Phrase auch ist. Pah. Nun, die Jungs vom FUZE Magazin fanden die ja eigentlich nicht schlecht, aber wahrscheinlich haben die sich das Live nicht angeschaut. Also da hatten wir 5 Boys auf der Bühne stehen. Der Eine hat das Publikum und seine Kumpels wahrscheinlich nie gesehen, da er mit seiner Manga-Frisur immer wild rumwirbelte. Der Andere verschanzte sich irgendwo im hinteren Teil der Bühne wo ihn keiner sah und der Sänger, ja der sah aus als hätte er sich irgendwelche dubiosen Substanzen eingeworfen. Wenn ihr ein Blick auf die Fotos riskiert werdet ihr sehen was ich meine. Das war kein Zufall. Trotz komischer Erscheinung trug er solidarisch ein Dead By April Shirt und wollte mit viel Stage-Acting und Stimmung das Publikum auf seine Seite ziehen. Leider hatten die meisten etwas besseres zu tun wie beispielsweise SMS tippen oder noch mehr Bier holen. Nichtsdestotrotz hatten die Fünf einen gewissen Entertainment Faktor, auch wenn musikalisch das alles nicht zusammenpasste.
Headliner und Boygroup Dead By April machten alles richtig… mit einer Ausnahme: Dead By April ist halt Dead By April. Entweder feiert man die Metal Riffs + Elektro Bumm Bumm ab oder halt nicht. Qualitativ und spielerisch war das alles sehr hochwertig, aber kommt schon: Auf der rechten Seite der tätowierte Gangster-Typ mit Ear-Plugs und grimmiger Visage, der seine (scheinbar) ganze Wut rauszubrüllen versucht. Auf der anderen Seite dann der Schmusetyp mit seiner engelsgleichen Stimme, der im Vergleich zum Badboy fast schon schmächtig wirkte. Das alles wirkte auf mich arg aufgesetzt, tat aber der Stimmung kein Abbruch, denn Stuttgart lechzte nach mehr und feierte jedes Lied frenetisch ab. Alles durchwegs solide und das großes Highlight kam dann in Form eines Liebesliedes, bei dem sich ein Paar auf die Bühne traute und unter Beifall und Gelächter geküsst haben. Letzteres muss natürlich nicht sein. Also das Gelächter. Musik gabs auch noch und für Nicht-Kenner des zweiten Albums wurde es ein schwerer Abend, denn ganze 3 Lieder, darunter Losing You, wurden aus der ersten Langrille gespielt. Wobei sich bis dato bis auf den erhöhten Elektro-Anteil nicht viel verändert hat.
Damit geht ein Abend zu Ende, der im langen Konzertjahr 2011 irgendwo ganz weit hinten in meinem Gehirn abgespeichert wird. Bei den meisten Leute heute wohl eher als geilstes Erlebnis des Jahres wuuuhuuu. Okay, die waren wohl nicht bei Machine Head oder In Flames im November, da wurden einem nämlich die Ohren poliert. Um das hier nicht ganz negativ zu beenden: Ich bin um eine Erfahrung reicher und 300 junge Menschen hatten einen Riesenspaß
