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The Casting Out im Zwoelfzehn Stuttgart

von Stefan Haug

Ein weiteres Mal besuchte Nathan Gray mit neuer Band The Casting Out Deutschland. Dabei schauten sie im Rahmen der Partyreihe Stuttgart Calling auch im randvollen und hitzigen Zwölfzehn in Stuttgart vorbei.

Schon 2008 und 2009 brachten The Casting Out Stuttgart zum Tanzen. 2008 auf eigener Headline-Show den randvollen Kellerklub, 2009 als kontrastreiche Vorband zu The Dillinger Escape Plan das LKA. Damals schon mit neuem Material im Gepäck, aber auch mit einem schweren Stand, die Menge für die Mathcore-Band schlechthin anzuheizen.

Das ist heute kein Problem. Angeheizt werden muss niemand. Das haben Cancer aus der Schweiz übernommen mit einer netten Mischung aus glattem Rock und melodiösem Punk. Und dadurch, dass das Zwölfzehn wie 2008 der Kellerklub brechend voll ist, schwitzen die Gekommenen sowieso schon von der ersten Sekunde an. Unterstützt aber sicherlich auch davon, weil von dieser ersten Sekunde an die Masse vor der Bühne einfach tanzt. Da bewegt sich einiges und knickt die erste Reihe schonmal alle paar Momente Nathan Gray und Band vor die Füße. Kein Wunder - "Don't Forget To Breathe", "Walk Away", "Liar" oder "May I Have This Dance" - die Songs des ersten Albums werden frenetisch abgefeiert und sorgen für einen gewaltigen Hitzestau. Das Zwölfzehn glüht. The Casting Out genießen das sichtlich und bedanken sich artig. Ansagen gibt es sowieso und auch mit dem Publikum wird geplaudert. Sympathisch eben wie eh und je. Die kennen keine Berührungsängste und so stürmen auch Stagediver regelmäßig die Bühne um den tanzenden Mob zu durchqueren.

Wie schon vor zwei Jahren das Debüt lässt sich auch heute das neue, selbtbetitelte Album vor Ort erwerben, ohne das es so richtig offiziell veröffentlicht ist. Bei den bekannten Versandhäusern gibt's das so zumindest noch nicht. Raue Produktion, doch das passt, denn die neuen Songs sind auch eine Spur härter als das, was seinen Weg auf das Debüt "Go Crazy! Throw Fireworks!" fand. "Everybody Down!" als Beispiel, der Opener peitscht auf Platte wie auch Live nach vorne und lässt dem Zwölfzehn zwei Minuten lang keine Ruhe. "Run Like Hell" - eine weitere Referenz, Nathan Gray schreit wieder und benutzt auch für andere Song sein Organ dafür im Laufe des Sets relativ oft. Trotzdem reihen sich die neuen Stücke in ihrer Tanzbarkeit, Melodieseligkeit und sowohl stürmischen als auch liebevollen Art zu den alten Hymnen perfekt ein. Noch immer sind das rebellische Kampfansagen für den täglichen Gebrauch, verpackt in nicht zu harte, aber rasante Stücke voller Herzblut und grandiosen Harmonien zu denen fabehlaft gleichzeitig getanzt und die Faust in die Höhe gereckt werden kann.

Nachdem es schon eine ganze Weile von der Decke tropft beendet "Quixote's Last Ride" das Set, dem zwei Zugaben folgen. Nach einem neuen Song gibt es das wohl tanzbarste aller Stücke - "These Alterations" bahnt sich seinen Weg durch das Stuttgarter Zwölfzehn und bringt Füße und Körper in Bewegung. Euphorisch ist das und nach einer wilden Stunde leider schon vorbei. Die Bühne ist leer.

Stuttgart Calling beginnt. Die Parytreihe die neue Sounds und altbewährtes miteinander vereint. Indie, Hip Hop, Alternative, Electro, grenzenlos. Feinste Musik vom Plattenteller, auch The Casting Out gefällt das und feiern noch eine Runde mit. Bis zum nächsten Mal, alle Jahre wieder - 2011 dann.

Ein Konzert von