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Simon Den Hartog (Kilians) mit An Horse im KellerKlub Stuttgart

von Stefan Haug

Premiere für überdurchschnittlich gutaussehende Menschen mit Verstand und gutem Musikgeschmack. Simon den Hartog war zu Gast im KellerKlub und brachte die neue Grand Hotel van Cleef-Errungenschaft An Horse gleich mit.

Premiere deshalb, da sowohl An Horse Ihren ersten Deutschlandauftritt seit bestehen feierten und auch Simon den Hartog das erste Mal Solo und nicht mit den Kilians auf der Bühne stand. Und das mit dem Gutaussehend, Verstand und Musikgeschmack auf Grund dessen, weil Simon den Hartog dies während seines Auftritts mit so viel Charme sagt, dass man es Ihm sogar glaubt. Doch von vorne.

An Horse aus Australien ist eine Lieblingsband vom Geschwisterduo Tegan & Sara, tourte mit diesen und auch Death Cab For Cutie durch die Welt. Heute auch angekommen in Stuttgart, punkt 22 Uhr, KellerKlub.

Musikalisch orientieren sich Sängerin Kate Cooper und Drummer Damon Cox an großen Popsongs, die dem Ohr schmeicheln. Das tun Sie heute aufgrund des lauten Sounds, der immer wieder die zarte und unruhige Stimme von Kate Cooper verschwinden lässt, nur bedingt. Trotzdem gefällt das, Sympathien sind vorhanden. So lassen sich die Zuschauer auch nicht lange bitten, näher an die Bühne zu kommen. Druckvoller als auf Platte, dem großen Gitarrensound nahe, dem Pop dabei weiter entfernt als erwartet gibt das Duo einen guten Einblick in sein Schaffen aus ruhigen Melodien und poppigen Riffs.

"Camp Out" bekommt ziemlich am Ende die Meiste Beachtung - die Single des aktuellen Albums "Rearrange Beds" ist ein paar Anwesenden bekannt und kommt mit harmonischem Gitarrenspiel und hoffnungsvoll verzweifeltem Text daher. Zum Schluss gibt sich Kate Cooper einem ausschweifenden Gitarrensolo hin, welches einen kurzen Auftritt beschließt, der das nächste Mal dann, so versprechen Sie, mit besseren Deutsch-Kenntnissen stattfindet - im Mai lässt sich das testen, wenn An Horse zu Ihrer ersten eigenen Headliner-Tour unterwegs sind.

Frisch vom SXSW-Festival in den USA zurück und nur mit kurzer Probezeit zur Tour ausgestattet kommt Simon den Hartog nach einem kurzen Intro mit vierköpfiger Band auf die Bühne des nur halbvollen KellerKlubs.

Normalerweise Sänger der Kilians präsentiert er hier seine eigenen Songs und wie das eben so ist bei Sängern bereits bekannter Bands, die auf Solopfaden unterwegs sind, versammeln sich auch bei Simon den Hartog schnell Vergleiche mit seiner Hauptband. Kein leichtes, da auch seine raue, kraftvolle und doch junge und unverbrauchte Stimme bereits derart bekannt ist, dass man nicht nur einmal an die Kilians denkt. Der Sound zwischen Indie und Songwriterkunst tut sein übriges dazu - und trotz allem zieht sich Simon den Hartog mit weniger Garage, weniger Unruhe und unerwartet erwachsenem Sound aus dem Vorwurf, seine Hauptband zu imitieren. Diese pausiert momentan nach dem zweiten Streich "They Are Calling Your Name", schnell ging der Aufstieg, nachgelegt wurde ebenso flott, da tut eine Pause gut. Doch so umtriebig die Jugend ist, ist es auch Simon den Hartog, der die Pause lieber mit Musik füllt. Diese findet um kurz nach Mitternacht, mit einem Geburtstagsständchen für Gast Melissa und Bassist ein Ende.

Keine Cover, nix von den Kilians, alles neu, frisch und ungehört, charmant präsentiert mit netten Ansagen und überhörtem Witz. Um es mit den Worten von Simon den Hartog abzuschließen - bestimmte Dinge benötigen Applaus, so wie das hier.