4 junge Bands aus den USA machten sich daran Die Stadtmitte in Karlsruhe am 30.04. zu zerstören. Wer dies anstellen sollte? We Came As Romans, Miss May I, The Word Alive, This Or The Apocalypse und 350 verrückte Karlsruher!
Beschaulich ging es um 19 Uhr los. Eine schöner Hinterhof lud schon mal zum relaxen und Bier trinken ein. Das Wetter war zu dem Zeitpunkt auch noch okay, so das man eine entspannte und idyllische Atmosphäre hatte. Aber wer will schon Idylle wenn 4 verrückte Bands den Laden förmlich auseinander nehmen wollen? Gibt es in eine schönere Art in Karlsruhe in den Mai zu moshen? 350 Leute waren auf jeden Fall dafür! Aber beginnen wir erst mal mit This Or The Apocalypse.
Normalerweise hat man es als erste Band schwer das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Pff, aber doch in Karlsruhe nicht!? Theoretisch hätten auch tibetische singende Mönche auf der Bühne stehen können: Das durchwegs junge Publikum hätten auch diese abgefeiert! So war es ab der ersten Minute eine Riesenparty. This Or The Apocalypse gaben sich Fannah, gingen in die Menge rein und drehten eigentlich, gelinde gesagt, total durch! Der melodiöse Metalcore, der auch mal ohne Breakdowns und gekünstelte Helium-Clean-Vocals auskam, wusste zu überzeugen. Die großen Hits Lamnidae und Charmer wurden am meisten bejubelt. Das aktuelle Album Haunt What´s Left ist eine Empfehlung an jeden Menschen der einen Funken Metal in sich hat. Sänger … sprang zum Ende des Sets in die Menge und lies sich komplett nach hinten tragen wo er dann raus ging und sich gleich um den Merchandise kümmerte. Was für ein Typ!
Wer den Fehler machte um draußen frische Luft zu schnappen, so wie wir, wurden vom Gewitter überrascht. Das kühlte zwar die Luft ab, verwandelte aber dadurch den Club in eine finnische Dampfsauna!
Perfekte Voraussetzung also für The Word Alive! Ohne wenn und aber ging es da weiter wo TOTA aufgehört haben. Viele freuten sich auf die Jungs, die mit ihrem Album Deceiver eine der abwechslungsreichsten Veröffentlichungen der letzten Monate heraus gebracht haben. Ein wahres Potpourri von Metal, Pop und Ambiente! Das hab ich ja schon im Vorbericht erwähnt. Leider wurde dieser Mischmasch heute nicht ganz so zelebriert. Zwar hatten Sie einen Keyboarder dabei, aber davon vernahm man im Gitarrengewitter kaum etwas. Im Vergleich zu TOTA waren The Word Alive ein bisschen Publikumsscheu. Doch das störte die energiegeladene Show nicht! Mit Ansagen wurde zwar zu Circle Pits und Stage Dives animiert, aber es wollte einfach nicht so Recht klappen. Trotzdem ein wirklich guter Auftritt.
Diesmal machten die wenigsten den Fehler und stürzten sich hinaus in die Fluten, denn kein 15 Minuten später waren auch schon Miss May I bereit loszulegen.
Lassen wir Miss May I mit einem eleganten Vergleich beschreiben: Sie packten den Stier an den Hörnern und zeigten den Leuten mal was Metal denn bedeutet. Klingt komisch? Soll es auch! Der kurze Auftritt der Ohio-Boys wurde zu einem Paukenschlag für das Karlsruher Stadtmitte. Hier flogen Massen von Körpern von den Bühnen, Scheinwerfer gingen zu Bruch und manche trauten sich sogar von 2 Meter hohen Boxtürmen in die Menge zu springen. Verrückte Karlsruher! Das kann man immer wieder sagen. Miss May I selbst waren auch ein super eingespielte Band. Jeder Breakdown saß und Sänger Levi war ein sympathisches Kerlchen! Unter einem massiven Jubel verließen Miss May I die Karlsruher Bühne. Bravo!
Jetzt hieß es noch einmal Kräfte sammeln, denn die Helden von We Came As Romans sind ja schließlich Headliner der Tour. Spät war es… nicht. Gerade mal 22.15 Uhr sagte die Uhr. Also noch mehr als genug Zeit bevor es mit der Disco losgeht.
Und die Romanen kamen, sahen und siegten. Mit 2 Sängern bewaffnet spornten sie die muntere Meute zu Höchstleistungen an. Irgendwie fehlte aber ein Keyboard, aber das hatten sie wohl nicht dabei. Für mich persönlich war das ganze zu seicht und auch streckenweise zu poppig. Dem Karlsruher gefiel das ganze trotzdem ausgesprochen gut, so das es einen Maitanz gab wie er im Buche steht. Also wenn es so ein Buch geben würde. Mit Maitanz und Metal. Fängt ja beides mit M an.
Somit geht ein wirklich unglaublich guter Abend voller brutaler Musik zu Neige. Die Bands waren alle sehr freundlich ihren Fans gegenüber und sichtlich dankbar, das tatsächlich mehr als 300 Leute zu einem Underground Konzert gekommen sind.