Ein Fest für Freunde des gepflegten Hardcore und Punk wurde es am Ostersonntag. Radio Clash luden zum Pirate Satellite Festival in Die Röhre ein. Ein lauschiger Abend mit Blood For Blood, H2O und vielen anderen.
Der Besuch bei Oma, inklusive Eiersuche, musste verkürzt werden, denn die Röhre wollte schon um 17.30 Uhr besucht werden. Die ersten Gäste haben sich auch schon eingefunden um mit dem ersten Bier den frühen Abend einzuläuten. Auch einläuten durften Turn Away aus Ludwigsburg, die eine kleine Anzahl Fans mitgebracht haben und schon ordentlich Lärm machten mit ihrem melodischen Hardcore. Die Jungs und das Mädel hatten mit ihren Leuten eine Menge Spaß und verbuchten diesen Auftritt als vollen Erfolg. Misconduct aus Schweden hatten es da schwerer: Mit ihrem Punkrock überzeugten sie die wenigsten. Gerade mal 20 Leute wollten sich den Spaß aus der Ferne geben. Schade, denn Stimmungsmäßig und Ansagentechnisch hätten die Vier mehr Leute verdient. Nach 30 Minuten ging eine sehr gute, aber teilweise langatmige, Show zu Ende. Da das Wetter mehr als nur gut war, wurde kurzerhand entschlossen was zu Essen zu besorgen. Deswegen ging es erst mit der Band My City Burning weiter. Hier war schon ein wenig mehr los vor der Bühne! Die ersten Leute trauten sich aus dem Schatten der Halle, um vorne mit den Sänger ein wenig zu tanzen. Nett, die Niederländer. Die 30 Minuten wurden gut genutzt und prompt ging es weiter mit den Publikumsmagneten des Abends: Crushing Caspars, H2O und Blood For Blood.
Wenn einer den Fred Durst Gedächtnispreis gewinnen würde, wäre das heute der Sänger von Crushing Caspars. Wenn einer den Rob Zombie Look-A-Like Preis gewinnen würde, wäre das der Bassist der Rostocker Band! Weder New Metal noch Gruselrock machten die alten Herren, sondern Hardcore-Punk der groben Sorte. Leider klaffte hier wieder eine große Lücke zwischen Bühne und Publikum, so das die Band mehrmals das Publikum bat nach vorne zu kommen. Es beißt ja schließlich keiner! Trotz allem, machten Crushing Caspars Spaß. Der gute Sound und ein paar Hits machten den Auftritt rund. Die nächste Band musste nicht groß angekündigt werden. Eine Band die selten in Stuttgart zu Besuch ist. Und sie brauchte nicht mal ein Intro, denn das Publikum empfang die legendäre Hardcore Truppe mit „ÄITSCH TUU OOW“ Fangesängen! Ganz genau, es wurde Zeit für H2O!
Und die gute 45 Minuten wurden gefüllt mit Hits aus allen Dekaden! 1995, Family Tree, Nothing To Prove oder der Überhit What Happened! Das Publikum fraß H2O förmlich aus der Hand! Körper und Stagediver flogen durch die Lüfte, die Gangshouts saßen und man fand sogar Rocker von den anderen Bands im Moshpit wieder. So muss das sein! Fans und Bands feierten gemeinsam den Schokohasen-Speck weg. Natürlich ist es wie immer und am Siedepunkt musste man leider die Bühne räumen. Dafür gabs aber noch ein Social Distortion Cover. Yeah! NYC Hardcore For Life! So sollte es auch beim Headliner Blood For Blood sein. Und auch hier wurden keine Gefangene gemacht. Zwar war das Ganze nicht ganz so geil wie auf der Persistance Tour, aber dafür schmissen die Bostoner Jungs um Sänger „Buddha“ nur so mit Gassenhauer um sich. Ein würdiger Headliner eines schönen kleinen Festivals. Schade das viele sich dieses Line Up haben entgehen lassen!
