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Phrasenmäher im Kulturcafé Mainz

von Kathrin Müller

Wir singen lieber liebe Lieder,
denn die fiesen spielt man eh nie wieder,
wir singen lieber intellektuell,
denn die dummen Lieder vergisst man so schnell.

Liebe Lieder zum Mitsingen, Schmunzeln, Lachen und Staunen, das machen die drei Jungs aus Hamburg, die mittlerweile in Hildesheim zu Hause sind und sich Phrasenmäher nennen. 
Und genau diese lieben Lieder geben sie auch am Montag im Kulturcafé an der Universität in Mainz vor vielen Erstis, alteingesessenen Studenten und ganz normalen Mainzern zum Besten. Alle eben, die Spass haben an diesem lebendigen und innovativen Sound, der sich irgendwo zwischen Pop, Folk, Acapella, Dancehall und Mixtape bewegt. Man könnte diese Aufzählung noch ewig fortsetzen, denn bei jedem Phrasenmäherlied wechselt Musikstil wie Instrument mit einer Leichtigkeit, die nur sehr wenigen Bands gelingt. So stehen mal Keyboard, Gitarre oder Akkordeon im Vordergrund, während der Sound von Eurodance über Trash zu Polkarythmen wechselt. 

Die Vielseitigkeit ist es, die so viele Menschen begeistert und Phrasenmäher unterhalten sie alle: Sie spielen vor tanzenden Teenagern zu Freibier in der Phönixhalle Stuttgart, vor sitzendem Publikum auf dem Kultursommer in Flensburg und jetzt eben im Kulturcafé vor Studenten, die es aus unersichtlichen Gründen nicht lassen konnten, andauernd Ausziehen zu brüllen, was von Jannis immer wieder mit lustigen Anspielungen kommentiert wird.
Phrasenmäher passen irgendwie ganz gut in die kleine Studentenkneipe, die sonst mehr Bar als Konzertlocation ist. Hinten unterhalten sich die Einen bei einem Bier und lassen sich ab und an ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn Jannis von angearschten Elfen im Wald und Königen vom Balkon singt. Die Anderen vollführen vor der Bühne Tanzeinlagen, die einen Sicherheitsabstand benötigen und wieder andere sind offensichtlich mit ihren Eltern hier, trinken ihre Fritz Kola und freuen sich über jedes Lied, das sie mitsingen können.

Und sie können sich über viele freuen, denn Phrasenmäherlieder sind voller schrammeliger Gitarren und poppigen Folkrythmen, was beinahe jedem Lied Ohrwurmcharakter und Mitsingtauglichkeit verleiht. 
In ihren Texten steckt viel Wahres, denn Jannis, Lenne und Martin beobachten die Welt und das Leben um sie herum sehr genau. Im Gegensatz zu anderen Singer/Songwriter-Künstlern machen Phrasenmäher aber weder ernste noch melancholische Musik, sondern verarbeiten komische Situationen auf ironische Art und Weise mit reichlich Intelligenz und der nötigen Selbstironie. 

Mit Im Sog der Breitnis haben Phrasenmäher zum ersten Mal auf sich aufmerksam gemacht und das gleiche Lied ist es auch, das live am meisten gefeiert wird. Mit viel Bass, einer tollen Piano-Melodie und Stimmen, die großartig harmonieren, singen sie von Jochen, der im Sog der Breitnis neue Seiten an sich entdeckt.
Mit musikalisch tollen Refrains geht es in Kurzer Moment und Jemand zum Schnacken weiter. Während der eine textlich eher sinnfrei ist - Ihm war Banane, sie sprach Zitrone - bringt der andere das Publikum zum Mitsingen und Tanzen.
Dass es auch ruhiger und mit weniger Witz und Ironie, aber auf die gleiche durchdachte und ausgeklügelte Art und Weise geht, zeigen Phrasenmäher mit Stagediverin. Bei größeren Konzerte ist das der Zeitpunkt, zu dem sich Wellen von Crowdsurfern bilden, im Kulturcafé wäre das aber mit Sicherheit schiefgegangen.

Dafür entsteht hier eine gemütliche und entspannte Atmosphäre, was vor allem daher zeugt, dass Jannis, Lenne und Martin so spontan und authentisch sind und jedem Kommentar aus dem Publikum mit Witz oder einem spontanen Lied entgegnen, sodass auch Marmor, Stein und Eisen bricht spontan auf die Setlist gesetzt wird. 
Herrlich skurril, frisch, unkonventionell und dabei derbe amüsant sagt sellfish.de und nach dem Abend im Kulturcafé kann wohl jeder zustimmen, denn Phrasenmäher bewegen sich abseits aller konventioneller Musikstile mit einer Gewandtheit und Leichtigkeit, die wohl selbst die Kritiker zum Schmunzeln bringen wird.