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Nneka im Universum Stuttgart


Von Mario Covi

Es ist nicht notwendig sich lange im Vorfeld mit Fela Kuti, Tony Allen oder sämtlichen anderen Ikonen des Afro-Beats zu beschäftigen um die Musik Nnekas zu verstehen. Jedoch spielt Ersterer eine große Rolle im Leben der 31 jährigen und nimmt somit auch ähnlich großen Einfluss auf Ihre Musik.

Es ist auch nicht notwenig sich lange im Vorfeld über die wirtschaftliche wie politische Situation Nigerias zu informieren um die Texte Nnekas zu verstehen. Jedoch handeln Ihre Texte von der Korruption und der Ausbeutung, die Afrika, speziell Nigeria, gegenwärtig erfährt. Doch setzt Nneka selbst den Fokus nicht auf ihr Mutterland, sondern spinnt Fäden nach Europa und zeigt deutliche parallelen der gesellschaftlichen Missstände auf.

Sie ist auf der Suche nach sich selbst und einem Zugang zu ihrem Innersten und finden will sie sich mit Hilfe ihrer Musik. Nur ist sie eher skeptisch zu Lebzeiten dieses Ziel noch zu erreichen.

Es ist auch gar nicht notwendig sich lange im Vorfeld mit der Künstlerin an sich zu beschäftigen denn all das erfährt man auf Ihren Konzerten.

Nneka singt nicht nur unglaublich markant, sie nutz ihre Stimme, ihre Sprache auch dazu, mal ausgedehnter, mal weniger, ihre Titel zu beschreiben, denn richtig verstanden zu werden ist ihr sehr wichtig.

Nach kurzen vorgeplänkel kam die Protagonistin des Abends in Begleitung eines Drummers, Keyboarders, Gitarristen und Bassisten auf die Bühne und wurde dort vom zum Teil sehr gemischten Publikum sehnsüchtig erwartet. Präsentiert hat sie uns Songs aus ihrem neuen und bisher fünften Album „Soul is Heavy“. Und ein bisschen erleichtert war ich schon auch als ich feststellte, dass trotz der steil werdenden Karriere wenig Pop und Funktionalität in ihre Tracks gedrungen sind. Ungeschliffen wie ihre Stimme und Texte drückten die ersten Stücke sehr authentisch aus den Speakern. Righteousness und Consciousness gaben dem Abend einen Charakter den man in Stuttgart eher der Richtung Heilbronnerstraße einordnen würde. Aufgebaut wurde dieser Charakter unter anderem durch Nnekas neuer Definition des Akronyms „VIP“ , bei ihr:“ Vagabonds in Power“, welche das Publikum nach dem Call & Response Prinzip über einen Latin Beat shoutete.

Prägnante Beats waren auch ein großes Thema des Abends und so überzeugte der Drummer, mit Unterstützung der gesamten Band, mit diversen minütigen Solos und schlug der Crowd Afrikanische Rythmpattern um die Ohren. Und in dieser Stimmung aus anmutigen lauschen der Texte und purer Tanzlust nahm das Konzert seinen Lauf.

Zusammenfassend war es ein sehr hochwertiges Konzert, welches meiner Meinung nach noch das ein oder andere Gimmick hätte vertragen können.