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Nils Koppruch Daantje and The Golden Handwerk Im Merlin Stuttgart

von Manuel Niedermann

Es ist gute zwei Monate her, da besuchte ich Nils Koppruchs Konzert in Stuttgart. Jetzt - als Teil des PopFreaks-Festivals - ist er wieder in der Stadt.

Ein schönes deja-vue! Es gibt Dinge die ich wußte und auf die ich mich freuen konnte. Dann gibt es Dinge, die ich nicht wußte, auf die ich dennoch mit nicht geringerer Vorfreude vorausblickte. Da wären die Interpretationen der Albumsongs, neue Ideen auf der Bühne, vielleicht eine beiläufige aber trotzdem passende Geschichte von Nils.

Der Abgleich von Erwartung und Realität bringt als erstes einen erfreulichen Punkt: ein gut besuchtes Merlin. Dafür ein völlig anderes Publikum als letztes Jahr im Zwölfzehn, was jetzt auch niemanden überrascht. Nils Koppruch und Band sahen dafür genauso aus wie beim letzten Stuttgarter Konzert. Vielleicht war der erste Eindruck ein klein wenig abgekämpft, aber obwohl das Publikum von alleine nicht aus sich raus kam, gelang es bis zum Ende doch ein gutes Stimmungslevel zu erreichen. Es folgten am Ende auch die Stuhlhocker am rechten und linken Saalrand - wenn auch etwas träge - dem Koppruch'schen Aufbegehren und standen auf. Mehr noch, dort sah man später sogar teils wilde, teils apathische Tanzbewegungen.

Es trat aber noch mehr ein wie vorausgesehen. Einer der stärksten Songs war wieder Shuffle und Kompott und in meinem Kopf wird das auch noch lange ablaufen. Das ist zwar als Erinnerung schön, aber auch ein großes Dilemma. Die kaufbare Version aus alten Zeiten klingt nämlich gut. Aber leider nicht annähernd großartig, weshalb dringendst jemand dafür sorgen sollte, dass sich das ändert. Ich bin für einen Bürgerentscheid, für diese Konzertversion mit Oliver Stangls großartiger Begleitstimme und dem starken Bass.

Überhaupt kann ein Bassist - hier Lars Paetzelt - selten sein Können so zeigen und ausspielen wie in dieser Formation. Wo man sonst nur ein im Hintergrund untergehendes tiefes und regelmäßiges Wummen hört, hat der Bass hier mehr als einmal eine tragende, bestimmende Funktion. Direkt, dominant und toll. Er begleitet den Rhythmus nicht, er lässt ihn entstehen und dabei kann auch das Schlagzeug (Christoph Kähler) nicht stören, denn das wird vorsichtig gespielt, mit wechselnden Besen, Stöcken und Schlägeln.

Die Zugabe ist wieder ziemlich lang und wieder trete ich spät auf die Straße und habe viel Musik dabei, an die ich mich erinnern will. Am Ende also alles beim Alten.