Miss May I kommen nochmals auf große Europa Tournee. Im Gepäck wieder eine Handvoll Bands. Diesmal am 5. November. Und wieder in der Stadtmitte Karlsruhe.
We just came here to Party… Ein Leitspruch der sich den ganzen Abend durchzog.
Überpünktlich wurde Chunk! No Captain Chunk! Auf die Bühne gelassen. Darauf wurden wir dank des freundlichen Mercher aufmerksam: Everybody who not watch the Chunk! No Captain Chunk show is fucking gay! Alles klar, also rein in die gute Stube, bevor hier andere Seiten aufgezogen werden.
Im Vergleich zum letzen Besuch in der Stadtmitte in Karlsruhe hat sich nichts verändert: Der Laden ist voll, der Sound gut und das Licht immer noch ein wenig zu dunkel. Die Partycrowd hier und heute hat schon mächtig Blut geleckt, denn der fröhliche Metalcore der Chunk Jungs wurde von Lied zu Lied besser, so das man die letzen 3 Songs als ausgelassene Feierei betiteln konnte. Schön, aber nicht weltbewegend. Für diesen Abend wiederum sehr passend.
Mit Abandon All Ships kamen dann die Ballermannkönige des Metalcore Genres. Die haben sich nicht nur Party auf die Brust, sondern wohl auch auf den Hintern geschrieben. Erst vernahm man eigentlich nur Matsch als Sound, bevor es bei dem Überhit Greeving schlagartig besser wurde. Einzig die Trance-Passagen waren ein wenig drucklos, was aber ganz sicher nicht an dem Schöngesangskünstler an dem Bass zu tun hatte. Mit Family Goretrait und When Dreams Become Nightmare wurde ein überraschen gutes Set über die Bühne gebracht. 30 Minuten können schon sehr schnell vorbei gehen.
Danach kam Chelsea Grin die Stilbrecher des Abends. Der Pit war voll um die Deathcore-Nackenbrecher gebührend zu feiern. Selbst der eingefleischte Hasser dieser Art von Metal musste eingestehen, das die Amis das gar nicht mal so schlecht machen. Mit Unkenntnis gestrafte Zuhörer nickten im Takt mit, während der Rest der Meute komplett steil ging. Das sich die Leute nicht reihenweise blutige Nasen bezogen haben, liegt entweder an massiven Glück oder einfachem Können der erprobten Moshpit Jünger. Fazit: Das aktuelle Album My Damnation wurde an diesem Abend öfters über die Merchtheke gereicht, auch wenn das niemals den Groove dieses Liveauftritts haben wird
Um 22.30 ging dann schon der Headliner Miss May I auf die Bühne, um den Siegeszug des Abends einzufahren. Bestens aufgelegt machten sich das Quintett daran, ein letztes Mal auf dieser Tour einen Club, und deren Publikum, in Schutt und Asche zu verwandeln. Sänger Levi zeigte sich wieder als guten Unterhalter und animierte zu mehr Action vor und auf der Bühne. Die Bitte nach 100 Stagedivern wurde zwar nachgekommen, aber mehr als 25 Leute wurden es dann auch nicht. Als Bonbon auf dieser Tournee gab man auch mal Perlen zum besten, die bisher auf der Strecke geblieben sind. So wurde die geplante Spielzeit von 40 Minuten zu einem 65minütigen Metalcore-Spektakel bei der keine Hits ausgelassen wurden.
Man kann ja über die aktuelle Post-Hardcore/Metalcore Welle sagen was man will: Für keine 18 Euro bekommt man Live ein handfestes Paket, bei dem sich die jüngeren Konzertbesucher austoben und feiern können. Das was diese Bands noch an Spielfreude vermitteln, wünscht man sich von alteingesessenen Metal-Bands.