5 Bands, 15 Künstler und ein geniales Konzept. Das Metal Meets Artcore geht in die fünfte Runde und hat nebenbei ein unfassbares Line Up geschnürt. Defeater und More Than Life ist nicht alles, was euch am 17. Dezember im Juha West erwartet.
Samstag Abend, 18.30 Uhr im Juha West. Andere lagen zu dem Zeitpunkt schon in ihrer Kajüte auf einem Kreuzfahrtschiff zwischen Dubai und Bahrain, andere prügelten sich am Stuttgarter Weihnachtsmarkt um fettige heiße Würstchen gepaart mit einer Suppe namens Glühwein, doch wir und 300 andere Glückliche durften im Juha West eine Feierei der Extraklasse erleben. Da gabs neben guten (!!) Glühwein auch noch leckere vegane Burger und Kuchen und Kaffee und Bier und Cola und … Aber wer kommt schon wegen diversen Biere ins Juha West? Genau, das Metal Meets Artcore Nummer 5 öffnete seine Pforten und war innerhalb von 30 Minuten proppenvoll.
Fast alle angekündigten Künstler waren am Start und schon stürzte man sich in ein Meer von Gesprächen, bevor die eigentlichen Konzerte anfingen.
Was als erstes auf viel waren die unfassbar guten Fotografien an der Cafeteria-Wand. Kaum hab ich mit meinem Staunen und Schwärmen die anderen Gäste vertrieben, kam auch schon die Urheberin Sara Iselin um die Ecke gehuscht und war doch ein wenig überwältig von den Reaktionen der Leute. Einmal Klicke die Klick beim Link da unten und es tun sich neue Welten bei euch auf.
2 Glühwein später fing dann auch schon der musikalische Teil des Abends mit The Tidal Sleep an. Zum Zeitpunkt dieses Abends wusste man nicht viel über diese Band, außer folgende Details: Auf Facebook gibt’s 2 Demo Schnipsel, die Jungs sind keine Amateure mehr und es wird episch. Und tja was soll ich sagen? Es wurde episch! Mensch, eigentlich wollte ich mich auf die Artcore Sachen konzentrieren., doch dieses atmosphärische Erlebnis mit großartigen Klangwelten und guten gekonnten Hardcore Shouts konnte ich nicht so einfach an mir vorbeiziehen lassen. Schade das die Album-Aufnahmen sich noch bis zum Frühjahr hinziehen werden, da kommt was Großes.
Weiter ging es auf der Artcore Meile. Neben den schicken Ständen von Day By Day Rec., die Platten und ihre Seelen verkauften, und den Schwarzmahler, bei denen es Kaffee gab, war der Volcom Stand eine kleine Sensation: Unter Herausgabe seiner E-Mail Adresse konnte man sich ein Motiv raussuchen, welches dann auf eine Trucker-Cap geschweißt wurde. Alles für lau. Coole Sache, die gegen Ende des Abends dann noch kuriose Formen annahm. Schaut euch die Bilder an, dann wisst ihr was ich meine.
Hysterese wurden einfach mal verpasst, da der Glühwein viel zu gut war und Together mussten auch ohne mich ihr Werk vollbringen. Da der Club aber brechend voll war, kamen die offensichtlich auch gut ohne mich klar. Beim Patrick Henne sind wir auch kurz vorbei geschlendert und haben ihm mal hinter die Schulter geguckt. Gute und teilweise morbide Bilder dominierten sein Schaffen. Weitermachen.
Je später der Abend, desto spaßiger wurde die ganze Angelegenheit. Da wurde fröhlich gequatscht und ausgetauscht, gefachsimpelt und geklugscheißt, alles sehr harmonisch. Doch kaum spielten die Bands, ging das Gerangel nach vorne los. Okay es spielten auch verdammte geile Bands an diesem Abend, allen voran Defeater und More Than Life, doch es war schade das die Artcore Meile ein wenig auf der Strecke liegen blieb. Versteht mich nicht falsch: Das die Abräumer des Jahres Defeater hier als Headliner des Metal Meets Artcore gebucht wurden ist unfassbar, doch eine Band dieses Kalibiers überschattet mit ihrer Präsenz den ganzen Abend und die „Zielgruppen“. Allein mit More Than Life als Hauptband wäre die Bude locker voll geworden. Dies ist keineswegs Kritik oder ein verfrühtes Fazit, sondern nur eine Feststellung und aufschnappen mancher Gespräche.
Bevor ich bei meinem nächsten Juha West Besuch eine geknallt bekomme noch in kurzen Worten der musikalische Teil: More Than Life rissen den Club förmlich ab, obwohl die Stimmung nicht ganz so am kollabieren war, wie noch am Nachmittag. Von der Setlist her bot sich bis auf das neue Lied und ihrer Hymne I´ve Lost Track.. am Anfang, keine große Überraschung. Solider Auftritt mit einer Menge Spaß.
Defeater wiederum überraschten mich ein zweites Mal. War das Nachmittagskonzert auch gleichzeitig meine erste Live Erfahrung mit ihnen, zeigte sich mir bei der Abendshow das die Jungs einfach Könner sind. Wer immer dachte das Hardcore purer Aggressions-Ausbruch in Form von 08/15 Riffs mit Schreigesang und Wut im Bauch ist, wurde mit dem akustischen Eröffnungslied But Breathing eines besseren belehrt. Dieser Typ kann halt einfach gut singen. Kein Wunder das die ersten Reihen von Damen dominiert wurden. Als schon die ersten skeptisch nach vorne starrten ging es dann schon mit dem furiosen Dear Father mit den E-Gitarren so richtig los. Und Stuttgart machte, was es immer tut im Juha West: so richtig steilgehen. Halt Stopp! Nicht nur Stuttgarter! Ich vernahm auch ein paar schweizerische Stimmen. Weite Wege… doch wir waren beim Thema Steilgehen. Nasse, verschwitze Menschen mögen sich zwar ekelig anhören, doch zeugen sie davon, dass es ein gutes Konzert gewesen sein muss. Sänger Derek brauchte auch nicht viel um die Leute zu animieren, die Leute gierten nach seinem Mikro um Teil der Show zu werden. Solche Gesten ließen die Band nicht unkommentiert und quittierten sie mit einer überschwänglichen Danksagung.
Ich für meinen Teil war zufrieden und ging noch ein letztes Mal über die Artcore Meile, wurde Zeuge einer Bilder-Transaktion, huldigte einem Glühweinbecherberg und entschwand in die Nacht. Mit einem guten Gefühl und einem großen Batzen Vorfreude auf das nächste Jahr kann ich also auf die fünfte Version des Metal Meets Artcore zurückblicken. Und kann gar nicht glauben, dass ich das hier niederschreiben werde: Hoffentlich kommen nächstes Jahr nicht so bekannte Bands.
Ho Ho Ho!
Künstler (bitte anklicken)
Patrick Henne - Art Design Illustration
Die Bands:
