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Emery MitMoneen imKellerKlubStuttgart

von Stefan Haug

Zusammen mit Moneen und Deaf Havana kamen Emery nach 2009 ein weiteres Mal nach Europa und beschallten auch den Stuttgarter Kellerklub mit Ihrem Mix aus melodiösem und brutalem.

Deaf Havana machen einen ordentlichen Einstand. Der Opener des Abends poltert durch ein kurzes Set und lässt für eine Vorband keine Wünsche offen. Das Genre passt und die Menge applaudiert anständig.

Moneen, bekannt für Ihre ausartenden Live-Auftritte, bringen anschließend mächtig Bewegung in den KellerKlub. Sowohl vor der Bühne, aber auch vor allem auf der Bühne dreht es sich rund. Die gesamte Band geht quer, nach oben und unten, nach vorne und zurück. Da landet Sänger und Gitarrist Kenny Bridges auch gerne mal im Publikum, pöbelt, schreit, springt, bedankt sich lieb. Kontrastprogramm.

Neben Altbewährtem gibt es auch Songs vom neuen Werk "The World I Want To Leave Behind", welches auch leise und nachdenkliche Töne anschlägt, zumindest auf Platte, denn Live präsentieren sich auch diese Songs in einem mehr als rauen und lauten Gewand. Nach schnellen und guten 40 Minuten haben sie ausgewütet. Moneen machen Platz für Emery, die Menge wartet schon.

Diese sind in Europa noch ein recht unbekannter Haufen. Trotzdem ist der KellerKlub passend zum Konzertauftakt gut gefüllt. Auf Ihrem letzten Longplayer "...In Shallow Seas We Sail" mischte sich die altbewährte Härte mit klaren Strukturen - doch auch wenn die Songs im Großen und Ganzen nachvollziehbarer geworden sind, brechen sie noch oft genug in sich zusammen und schmettern einem herbe Gesangspassagen entgegen. Das ist nicht immer leichte Kost, das kann Live auch weh tun. Und das spürt man gleich zu Beginn, wenn der kleine Pit vor der Bühne, die mit den fünf Steh-Auf-Männchen gut überladen wirkt, rund läuft.

Einnehmend ist das. Der Gesang und Bass wechselt sich zwischen Devin Shelton und Toby Morrell ab. Shouter Josh Head der parallel dazu am Keyboard sein Unwesen treibt bricht dieses fast auseinander- beeindruckend. Neben ein paar neuen Stücken gibt es überwiegend altes zu hören. "Walls" beendet das Set, dem noch zwei Zugaben folgen sollen und Josh Head nimmt das Bad in der Menge, die Lichtanlage im Genick, die Decke knapp darüber. Der KellerKlub steht noch, aber der Versuch, diesen auseinandergenommen zu haben, der zählt letzten Endes.

Dem Genre Hardcore werden Emery also noch immer gerecht. In Amerika konnten Sie sich durch zahlreiche Konzerte bereits eine treue Fangemeinde erspielen, die nicht zuletzt von der einnehmenden und gewaltigen Livepräsenz der fünfköpfigen Band beeindruckt gewesen sein dürfte, völlig zurecht - der einzige Aussetzer hat heute Abend der Sound, welcher größtenteils zu aggressiv und laut gemischt rüber kommt. Da geht vieles unter, dringt vieles durch was nicht hingehört, aber wie war das nochmal mit dem Auseinandernehmen?