Der letzte Auftritt im Heimatland, danach noch das Konzert in der Schweiz. Für Jupiter Jones ist die Tour schon weit voran geschritten, als sie im Universum ankommen.
Nach My Glorious hat sich eine gefühlte Hundertschaft in Position gebracht, gut vorbereitet durch einen sympathischen Auftritt der Schweizer. Aber es folgt erst einmal eine Umbaupause. Die Umbaupause fällt nervig lange aus. Viele scheuen zwar das Gedränge vor der Theke, holen sich doch noch ein Bier und stehen dann mit ihren Bechern im Tumult, als es soweit ist und die Bühne sich wieder füllt.
Nicholas Müller ist, wie man sich einen Frontman vorstellt. Fast alle Augen sind auf ihn gerichtet, nicht nur durch Größe und Fülle steht er im Vordergrund. Wer so brüllen kann, ohne Unsicherheit und Wackeln, der wird immer viel Beachtung erhaschen, immer im Vordergrund stehen. Ob er will oder nicht. Mit dieser infernalen Stimme sorgt er dafür, dass es nicht lange dauert, bis ich das erste Bier im Rücken habe und dabei wenig überrascht bin.
Als die seltsam verkleidete Vorband die Bühne stürmt, die Mikrofone an sich reisst und irgendwas grausliges singt, röhrt und faselt, sind alle vier ziemlich perplex und das Publikum gleich mit. Man war schliesslich gerade fröhlich am Hüpfen und Machen und Tun. Hat wohl niemand mit gerechnet.
Das ganze Konzert gelingt trotz dieser spaßigen Unterbrechung spielend. Die schnellen Nummern, ausgesucht aus den drei Alben, lassen keinen Bewegungwunsch offen, niemand muss etwas vermissen. Zwischen den lauten und kartharsischen Stücken, bringen die beherrschten Gegenspiele die Menschen wieder runter, konfrontieren sie direkt mit den kritischen, ernsten Inhalten.
Wenn schon etwas hervorheben, dann Kopf hoch und Arsch innen Sattel und Auf das Leben, ersteres weil es so wahr ist, dass es weh tut und letzteres weil es wie eine Hymne klingt, die einfach immer zu Jupiter Jones gehören wird, wie Bochum zu Grönemeyer.
Das neue Album trägt den Namen der Band, was nach den wohlklingenden Kreationen der Vergangenheit zwar langweilig ist, an diesem Abend dennoch ordentlichen Absatz findet. Ich mag den Inhalt davon zwar immer noch nicht Punk-Rock nennen, finde es aber eine feine Abwandlung davon, die einfach eine Nische besetzt.
Nicht vermisst hätte ich die vier lustigen Lichtspielständer auf der Bühne, wenn sie gefehlt hätten. Dafür wäre dann sogar der Schlagzeuger sichtbar gewesen, aber sonst gibt es nichts zu mäkeln und die Stimmung gibt das wieder. Eine Dame kippt um, der Hitze, der Wallung, oder der Aufregung wegen und muss rausgetragen werden. Sie wird sich später ärgern.
Ein selten volles Universum verabschiedet die Truppe, auf Befehl schallt der Chor gen Bühne, dass man nicht sicher sein kann, ob Nicholas Müllers Haare vom Ventilator oder vom Gesang durchweht werden. Im Spätjahr kommen sie wieder in die Gegend, vielleicht will man sich das merken.