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Foto: Rene König
In Extremo in der Arena Ludwigsburg

Foto: Rene König
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In Extremo in der Arena Ludwigsburg

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In Extremo in der Arena Ludwigsburg

von Rene König

Trotz Nummer-1-Alben, großen Hallen und einem unglaublichen 15-jährigen Jubiläum bleiben In Extremo schon immer das, was sie von Anfang an waren: Sieben charmante Spielmannsleute die mit Ihrer Musik das Publikum begeistern wollen!

22 Grad und Sonne machten den Gang in eine dunkle Halle etwas schwer.Beim Betreten der Halle tat sich das alte Gefühl der Spannung auf, die Herren von In Extremo bestaunen zu dürfen. Die erste Überraschung vor der Arena in Ludwigsburg: Die Scharen von Fans welche sich gesittet und brav in der Schlange vor der Halle anstellten! Selten erlebt man das vor einem Konzert. Nach einer kurzen Diskussion mit dem Türsteher warum ein Fotograf einen Fotoapparat benötigt, ging es dann schon in die Konzertbereich wo die Herren von Fiddlers Green ihr 20- jähriges Jubiläum feierten. Dem Großteil der Anwesenden gefiel der Irish Speedfolk. Die hinteren Ränge feierten schon mal komplett zu jedem Lied. Ein älterer Herr hinter uns empfand das ganze wohl doch nicht so spannend, was er mit Buh-Rufen und „Go Home“-Gesängen den Anwesenden Leuten in der Halle mitteilen wollte. Seiner Frau gelang es leider nicht ganz ihren Mann zu beruhigen. Die ersten 5 Reihen hatten Spaß mit Fiddlers Grreen und der Großteil der bekannten Hits wurde in die 45-minütige Show gepackt. Ein Highlight stellte ein mit einer LED-Violine vorgetragene klassische Stück dar. Die zweite Überraschung stellte das unterschiedliche Publikum dar! Während man bei solchen Events meist nur junge Menschen erwartet, war hier ein entspanntes, gemischtes Allerlei zu bestaunen:
Die Kleinfamilie auf den Rängen (wo sich selbst Kinder im Grundschulalter mit Ihren Eltern aufhielten), Ehepaare die wohl seit Mitte der Neunziger-Jahre Fans der Mittelalter-Truppe sind, ganz normale Gothics (jung und alt) und auch eine ganz alte Fangemeinde mischten sich wild durcheinander in der kompakten aber trotzdem großen Halle.
Genau diese Zusammenkunft der verschiedenen Menschen sollte die großartige Stimmung an diesem Abend ausmachen. Keine Aggressionen, keinen Ärger –Es kann alles so schön sein!!

Nach einer 25-minütigen Umbaupause ging es dann auch schon weiter. Die Halle wurde dunkel und ein Video mit einem Countdown wurde abgespielt. Als die Stunde „0“ schlug ging es mit einem Feuerwerk und einem lauten Knall los: Mit dem Titellied Sterneneisen startete das Konzert. Das Publikum tanzte und feierte mit In Extremo. Die Kostüme der Band waren nicht wie vom neuen Album erwartet, im modernen Fliegerlook, sondern viel mehr wie gewohnt Back-To-The-Roots. Besonders Dudelsackspieler Flex, Der Biegsame sah in seinem grünen Outfit ein bisschen aus wie Peter Pan. Trotzdem sehr hübsch, das Outfit. Frei zu sein und Liam ließen das Publikum ausrasten. Während die Kollegen Ihre Instrumente stimmten und sich auf das nächste Lied vorbereiteten, fragte Sänger Micha ob denn wirklich alle in der Halle anwesenden Personen aus Ludwigsburg kommen würden. Das Publikum brüllte sämtliche Orte Baden-Württembergs – die wenigsten aber Ludwigsburg.

Raus aus dem Fotograben, rauf auf die Tribüne. Die erste Stunde des Konzertes war gefüllt mit alten und neuen Klassikern. Sei es nun Erbeermund, Vollmond oder Herr Mannelig. Die ganze Arena zeigte sich textsicher und lautstark beim Mitsingen. Teilweise herrschte ein wahres Gänsehautgefühl und man fühlte sich an alte Zeiten zurückerinnert. Bei den neuen Liedern blieb es zum Teil überraschend still im Publikum. Bei Unsichtbar wurde nur auf Aufforderung Michas mitgeklatscht, wobei Zigeunerskat dagegen wieder bejubelt wurde. Die Kommunikation mit dem Publikum war oftmals etwas schwierig. Trotz starker Fanbezogenheit und Interaktionen mit dem Publikum gingen in der großen Halle so mancher humorvoller Beitrag und Grüße an die Heimat verloren.

Nach der zweiten Stunde war bei einigen Leuten die Luft raus. Die neuen Lieder Stalker und Siehst du das Licht? wurden nicht mitgesungen. Der Tiefpunkt der Setlist war wohl Hol die Sterne. Textlich wie melodisch ein Minuspunkt des Abends. Auf Platte singt hier noch der Graf von Unheilig mit. Diese Zusammenarbeit macht die Sache leider auch nicht besser. Der vordere, wohl junge Teil der Fans gefror in eine Art Schockstarre im Gegensatz zur hinteren Tribüne, die fröhlich vor sich hin schunkelten. Doch dieses komische Bild wurde mit Küss mich und Spielmannsfluch wieder in eine bierseelige, jubelnde Menge verwandelt. Alle streckten die Hände in die Luft, klatschten und sangen mit! Mit den letzten, lautstarken Liedern wie Viva La Vida (so ist das Leben) und Aufs Leben wurde das reguläre Konzert beendet.

In Extremo verliesen die Bühne. Bereits nach 5 Minuten begannen Sie mit der Zugabe! Eines der besten Lieder des aktuellen Albums wurde gespielt: Gold. Gegen Ende des Liedes kam Dr. Pymonte mit einem Schubkarren auf die Bühne und verteilte jede Menge Goldglitzer auf der Bühne und im Publikum. Doch das sollte noch nicht alles gewesen sein: Von der Bühne regnete es funkelnden Goldregen und die Zuschauer der ersten Reihen wurden in ein goldenes Meer getaucht. Ein schöner Anblick! Bei Hits wie Mein Rasend Herz wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert bevor das rockige Omnia Sol Temperat den Abend mit einem lauten Feuerwerk beendete.

In Extremo sind und bleiben nach unzählig besuchten Konzerten immer noch großartig. Viel Feuer und Show boten neben der Musik das gewisse Etwas. Die Stimmung an diesem Abend wird wohl jedem Anwesenden für lange Zeit als ein einzigartiger und unvergesslicher Konzertmoment in Erinnerung bleiben!