Ein langer Abend wurde es am 07. April in der Rofa Ludwigsburg. 4 Vorbands und Ill Nino brachten den Laden zum Kochen.
Ein langer Abend wurde es am 07. April in der Rofa Ludwigsburg. 4 Vorbands und Ill Nino brachten den Laden zum Kochen.
Die 2 glücklichen Gewinner der Ill Nino Tickets, Conny und Alf, warteten schon freudig auf das Erscheinen des Redakteurs. Blöd nur das dieser mit dem Auto anreiste und natürlich schön durch den Berufsverkehr fuhr. Ein Hoch auf den falschen Feueralarm im Engelbergtunnel. Egal!
Pünktlich zum letzten Lied Goodbye der Stuttgarter Band aem-x wurde die Rofa betreten. Was draußen nach Gerumpel klang, erwies sich als wirklich gute Mischung aus Metal, Hardcore und Alternative. Der Bandana-behangene Sänger stach klar heraus. Klar, er war ja auch halbnackt! Um 19.20 Uhr war auch schon wieder Schluss und es wurde umgebaut um für die Band Cadaveres Platz zu machen. Cadaveres ist eine ungarische Band die wohl bis heute kein Mensch kannte. Mit Alternative Rock mit Wumms brachten sie die Ludwigsburger zum Tanzen und Bangen. Hmm vielleicht kannte doch der ein oder andere die Band aus dem Rofa Disco-Programm… Die Ungarn-Jungs machte Stimmung und erinnerte immer wieder an US-Alternative Bands wie Godsmack oder Sevendust. Zitat des Kulturpegel-Gewinners Alf: Ich hätte jetzt Bock eine Runde Need For Speed zu spielen. Ja da gebe ich ihm Recht. Videospiel-Raser-Soundtrack brumm brumm!
Ein Blick auf den Zeitplan geworfen… Oha, Ill Nino von 22.30 bis 0.30 Uhr? Geili Geili! Aber erst Mal wieder den Fokus auf Mindead gelegt die mit ihrem Metalcore-Ding den Laden begeisterten. Die Stuttgarter machten alles richtig: Richtiger Zeitpunkt, richtige Liedwahl, richtiges Publikum. Auf der Bühne bewegten sich Mindead wie die ganz Großen der Szene. Die unzähligen Konzerte merkte man den Quintett an! Etwas weniger Gepose, dann können die Freunde durchstarten. Dubios und ungeklärt bleibt die Frage warum der Gitarrist ein dickes Tuch um den Hals trug.
Nach einer gefühlten Stunde Umbaupause kam dann die Flamenco-Metaller Breed 77. Trotz des überlangen Einspielens gab es gleich zu Beginn technische Probleme, da Sänger Paul Isola ein Mikro hatte welches dummerweise nicht an war. Bis dem Techniker das aber auffiel krallte er sich das Sprechrohr des Gitarristen und alles wurde gut. Nun vom Flamenco merkte man allerdings nicht viel. Alternative-Metal der härteren Sorte war das im Großen und Ganzen. Das Publikum fand es nicht ganz so toll und die Bewegung hielt sich dementsprechend in Grenzen. Kräfte sparen für Ill Nino? Mal sehen.
Kommen wir zu den etwas komischen Gegebenheiten des Abends. Mehrere Plakate mit „Trefft Ill Nino“ erregten unsere Aufmerksamkeit. Es scheint, dass die lateinamerikanische Band sich wohl tatsächlich für ein Meet&Greet bezahlen lässt?! 25 Euro für ein australisches Tourshirt, einen laminiertes Pass und das besagte Treffen nach der Show. Zusätzlich gab es ein DIN A4 Poster, signiert, für 5 Euro. Das hinterließ einen wirklich faden Beigeschmack!
Nichtsdestotrotz ging es einigermaßen pünktlich los! Und von 0 auf 100 explodierte die komplette Rofa: Mit My Resurrection gab es gleich einen Knaller vom 2005er Album One Nation Underground. Na da geht wohl jemand auf Nummer sicher. Während das Publikum völlig am durchdrehen ist und die Temperatur ca. 15 Grad heißer wurde, zeigte sich Ill Nino in Topform! Selbst Sänger Cristian machte trotz seines voluminösen Anzuges eine super Performance. Egal was er auch sagte, das Publikum feierte ihn komplett ab! Ein halbnackter Fan auf der linken Seite hatte wohl seinen größten Spaß, sodass Gitarrist Diego desöftern bei ihm stand und mit agierte. Fan-nah! Cristian leerte wohl im Laufe des Abends mehrere Flaschen Wein und animierte die Leute einfach mal Arbeit, Schule, Studium am nächsten Tag zu boykottieren. Okay, gerne! Vom neuen Album gab es gerade mal God Is For The Dead und Bleed Like You zu hören! Dabei ist Dead New World doch eines ihrer besten Alben…Die Stimmung im Publikum war sehr überschwänglich, sodass nicht nur das ein oder andere Bier flog, sondern man es auch darum ging Bilder der Fotografen zu vereiteln. Aber das ist schließlich Rock´n´Roll, da muss man durch! Die Ansagen des Sängers sorgten beim einen Teil für Jubel, zum anderen Teil auch für Verwunderung. Jedes zweite Wort das böse, böse F-Wort? Muss nicht unbedingt sein. Nach nicht einmal 50 Minuten wurde mit What Comes Around schon das letzte Lied eingeläutet. Moment mal da war doch ein Zeitplan…
Der Zugabeblock begann mit… einer weiteren Umbaupause. Bisschen Drums wurden gecheckt. One Two, One Two. Und schon ging es mit dem berühmten Drum-Jam los. Hier durften die anderen Bands und die Roadies mal zeigen was sie so drauf haben an den Trommeln. Ein rythmisches Spektakel das in diesem Rahmen wohl nur Ill Nino drauf hat. Sauber! Die aufgeheizte Menge wurde mit How Can I Live und Liar noch ein letztes Mal abgekühlt. Dann war auch tatsächlich schon Schluss. Okay 70 Minuten sind nicht viel, für mehr war es einfach zu spät! Und wer noch nicht genug hatte, wartete auf sein 25 Euro Meet&Greet. Mensch, einen „Star“ zu treffen geht doch viel einfacher! Wer den Kulturpegel liest weiß Bescheid!
Ill Nino, eine Band die weiß wie man ein Publikum zum durchdrehen bringt! Danke!