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God Is An Astronaut im Universum Stuttgart

von Stefan Haug

Kollektives Kopfnicken. Taumelnde Körper. Der Postrock hielt in Form von insgesamt drei Bands Einzug im Universum in Stuttgart.  Neben Junius und The Butterfly Explosion, die die Supportacts gaben, präsentierten God Is An Astronaut ihren instrumentalen Sound, in dem Ambient und Noise nebeneinander wohnen.

Wenn sich dichte Gitarrenwände minutenlang zu einer Atmosphäre aufbauen, die ihresgleichen sucht; Drums vom ruhigen Begleitinstrument von einem Moment zum nächsten zum dominierenden, pressenden Druckmittel werden; ein Gesang nur wage angedeutet wird oder gar ganz geschwiegen wird, dann ist man oftmals angekommen im Genre Postrock. Dann ist man angekommen in einer Welt voller fanatischer Fans, die selbst Musik machen, um es besser zu machen wie die großen Vorbilder. Das ist die Welt von God Is An Astronaut. Die Instrumental-Band aus Irland um die Brüder Torsten Kinsella an der Gitarre und Niels Kinsella am Bass, sowie Lloyd Hanney an den Drums, besticht seit nunmehr fünf Alben mit ihrem eindrucksvollen Sound.

Und dieser drückt auch heute im Universum Stuttgart kräftig auf den Magen, in dem diese Welt heute in Form von insgesamt drei Bands Einzug hält. Als Support wurden Junius und The Butterfly Explosion geladen, die den Abend musikalisch perfekt abrunden. Beide Bands orientieren sich an weiten Melodien mit brachialen Momenten. Junius brechen dabei mit aggressiven Gitarren aus, auch The Butterfly Explosion halten diese nicht immer dezent zurück, überraschen aber hier und da viel mehr mit einem tanzbaren Drum-Beat. Doch - das Universum steht still. Denn bei Postrock wird nicht getanzt. Stattdessen kollektives Kopfnicken. Taumelnde Körper. Bricht die Gitarre vom hellen und friedseligen Spiel ins raunend gefährliche beginnen die Köpfe auch mal zu bangen. Die Körper der Zuschauer zucken dann etwas wilder. Und wer es ganz besonders mag, schließt die Augen und lässt sich mitnehmen auf eine traumhafte Reise.

So auch bei God Is An Astronaut, die sich von Beginn an in Nebel und Licht hüllen. Lange Haare verstecken die zusätzlich zum Boden gesenkten Gesichter. Das Stroboskop-Licht blitzt zwischendurch diffus auf. Der Sound ist wie schon bei den Vorbands imens laut, doch kein Brei, klar sucht er sich seinen Weg durch das Universum. Erstaunlich. Den Weg suchen sich auch die Scheinwerfer, die heute mit vier von LED bestückten Standlampen das Bühnenbild dominieren. Diese geschickt in Szene gesetzten Lichtmittel ersetzen die sonst ins Set integrierten Leinwände mit Videoaufnahmen. Der Bonus fällt also weg, schade. Doch auch so harmoniert das Ganze und wenn dann Sound und Licht zu einem werden, ist man dem Perfektionismus hier nicht mehr fern. Denn die Lichteffekte gehen mit dem Soundteppich wie erwartet ineinander auf. Da hat man sich nicht zu viel versprochen. Die Zuschauer sind dementsprechend angetan und applaudieren anständig - und auch die Band wirft einzelne Thank You's in die Menge. Gitarrist Torsten Kinsella hüpft auf und ab, Niels Kinsella schüttelt weiter den Kopf. Immer wieder werden Synthesizer mit eingebaut. Das Licht trägt einen durch gelb, orange, rot, lila, blau, grün - bis einen das Gewitter aus Stroboskop und Sound blendet. Eine Zugabe gibt es, nach einer Stunde ist Schluss. Draußen funkeln höchstens noch vorbeifahrende Autos, machen Lärm. Straßenlaternen sind an. Rein ins Auto, Augen wieder zu, die Reise beginnt.