Mittwoch Abend und mal wieder Zeit, jungen, hübschen und unverbrauchten Talenten eine Chance zu geben. Es ist sogar was aus dem badischen Land dabei...
Fruchtgehalt, das sind vier Kinder irgendwo zwischen 14 und 16, gerade so groß wie die Instrumente, gerade so kräftig um sie zu halten und doch hat jeder seine Arbeit ziemlich im Griff. Der Junge am Bass ist grossartig und ich will mir nicht ausdenken was aus dem mal noch wird.
Jetzt ist es im zwölfzehn ja schon immer nicht einfach, die Abmischung hinzukriegen und wie so oft geht die Stimme und damit ein entscheidender Part ziemlich unter. Dem Alter entsprechend, fehlt dem Sänger das Volumen und es dauert, bis ich erkenne, dass die Stücke in deutscher Sprache gesungen sind. Hier gilt das Prinzip aus Wetten dass...?!, die Kinderwette ist bei der Wahl um den Besten aussen vor. Hier werden eigenen songs gespielt, die Idee und das Genre stimmen, also wird sich da bestimmt etwas entwickeln.
Sept Ember könnten sehr gut die Jungs von Fruchtgehalt in 5 bis 10 Jahren sein. Alles ist etwas ausgefeilter, länger geprobt, abgemachter. Wieder hab ich Schwierigkeiten den Text zu verstehen. Noch viel schlimmer aber ergeht es dem Mann am Keyboard. Ihn hätten sie auch zu Hause lassen können, denn von seinen Klängen ist wirklich fast nichts zu hören. Dafür gibt es etwas mehr Raffinesse, die hier und da auch mal zu unrhythmischen Einlagen des Schlagzeugers führt und sich zwar nicht nach Absicht anhört, es aber wohl doch ist. Schön sind die hintergründlichen Gesangseinlagen von Gitarrist und Keyboarder, die dem frontman einiges an Unterstützung geben. Am Ende bleibt es eine Band aus dem badischen - das gibt Nervositäts-Zusatzpunkte - und sicher geht auch hier noch mehr als ein Mittwoch Abend vor 50 Menschen.
Zum Schluß dann The Beauts und hier steige ich irgendwie aus. Jeder im Raum versteht jetzt zwar akustisch den Text, inhaltlich erschließt sich mir da aber gar nichts. Tatsächlich erkenne ich teilweise nicht mal eine Strophe, nur aneinandergereihte Refrainzeilen. Dazu kommen die röhrende tiefe Stimme, die einige Töne höher vielleicht passen würde, die experiementellen, progressiven Einlagen und brit-punkiges Gehabe.