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Foto: Michaela Bur am Orde
Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

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Friska Viljor in der Röhre

Friska Viljor Röhre Stuttgart

von Markus Bur am Orde

Friska Viljor besangen am 08. November in der Röhre den Anfang vom Ende.

Langsam geht die Sonne über dem Wald auf und die kitschige Szenerie spiegelt sich in einem verschlafenen See, auf dem noch nicht einmal die Enten wach zu sein scheinen. Und das will was heißen, denn wie wir alle wissen sind Enten wache Tiere, bemerken alles und sofort. Nicht im Flug, nicht in der Luft und auch nicht bei einer Tauchaktion scheint Ihnen etwas zu entgehen. Doch auf dem See tut sich nichts. Nur ein paar Streberschwalben ziehen schon ihre Kreise, aber auf die wollen wir uns gar nicht einlassen. Ja man munkelt das schwedische Seen, und um einen solchen handelt es sich, etwas Reines haben. Sozusagen ein Quell zum Inneren Pfad. Ein Inspirationstropf der Natur. Und so hüllt dich der Hauch des emporsteigenden Nebels ein und du bist allein mit diesem einen Gedanken der sich unweigerlich auftut und dich vollends ausfüllt: This is the beginning of the beginning of the end!

Langsam gehen die Lichter und die Hintergrundmusik aus in der Röhre und nur die goldene Sonne scheint noch ein wenig höher zu stehen. Dein Gedanke verwischt und du spürst, dass er in sein Gegenteil überschweift. Völlig in weiß gekleidet kommen sie an Bord und sofort wissen alle wie die restlichen 90 Minuten verlaufen werden. Wie entfremdete Antikörper stechen ihre Anzüge in die dunkle, unwirtliche Röhre, die bevölkert bis zum Ausgang sich für das Kommende bereitmacht. Mitsingen, Mitschreien, Mittanzen, Mitleiden und Mitmachen. Friska Viljor Konzerte sind eben wie große Kindergeburtstage. Dort muss man den Kleinen nicht erst sagen, dass sie jetzt Spaß haben sollen, sie haben es einfach. Und dann wird gelacht, geschrien, getobt und geweint was das Zeug hält. So verstehen sich auch Joakim und Daniel nicht als Anheizer, sie leiten die Menge und machen sich nicht durch clap-your-hands-Stuß, den andere Bands zur Perfektion beherrschen, lächerlich. „Habt ihr Spaß, Stuttgart?“, „Auf geht’s Stuttgart“, „Ich will euch Tanzen sehen“ gibt es von der Bühne nicht zu hören. Braucht auch nicht zu kommen. Vorne tanzen sie, an den Seiten kuscheln sie und hinten macht man in der Röhre wie immer lange Hälse. Nur ist der Unterschied, dass alles gleich von Anfang an funktioniert. Dabei ist der einzige Vorwurf den sich Friska Viljor gefallen lassen muss, dass alles sehr routiniert wirkt. Nie hat man das Gefühl, dass sich auf der Bühne etwas Unkontrolliertes aufbaut, etwas Wachsen kann, über die Stränge schlägt und die Lieder dadurch in einen anderen Kontext rücken. Alles wirkt abgeklärt und selbst der schräge Gesang kommt so perfekt aus den Boxen gestolpert, dass sogar dieses Stilmittel verpufft. Doch wo ist das Problem, wenn die Menge abgeht wie Schmitz Katze auf Drogen? Jedes Lied wird frenetisch gefeiert, als hätte diese am Eingang tatsächlich Speed verkauft. Doch die Lieder sind ja auch genau zu diesem Zweck gemacht. Kryptisch erscheinen jedenfalls oh oh, oh no oder daj daj die nicht. Mitsingen, Mitschreien, Mittanzen, Mitleiden und Mitmachen. On and on and on and on / we’ve been doing this too long

Langsam, aber nur sehr langsam wollen die Gäste wieder aus dem dunklen Schlauch ausgespuckt werden. Zwei Zugaben mussten die Weißen noch liefern und selbst danach schien die Menge nicht satt und machte mit Gesängen weiter wie schon die 90 Minuten zuvor. Wer hier wen feierte und warum, war am Ende dann auch wieder egal, denn schließlich war das hier erst the beginning of the beginning of the end.