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Frank Turner im Universum Stuttgart

von Stefan Haug

Frank Turner verkauft in England schon die großen Hallen aus. In Deutschland ist er da noch nicht so weit, arbeitet aber fleißig daran und stattete deshalb dem Stuttgarter Universum am 29.03. einen Besuch ab.

Und auch dieses ist schon zur Vorband Crazy Arm gut gefüllt. Die vierköpfige Band aus England bringt tanzbare Riffs mit Punkattitüde und Folkausflügen ins Universum und eröffnet damit über die ganze Tour hinweg. Live klingt das eine Schippe rauer als auf Platte, der Sound ist laut gemischt, die Riffs laufen um die Wette - einige erschreckt das hier mit Sicherheit, applaudiert wird trotzdem fleißig. Das lässt sich Frank Turner nicht entgehen, der in der Menge unerkannt das Treiben auf der Bühne verfolgt.

Nicht von ungefähr eröffnen hier Crazy Arm, liegt doch der Einfluss des Punks in der Vergangenheit Frank Turner's, früher Sänger der Band Million Dead, einer Punkband. Crazy Arm, eine Britpop-Band die versucht Metal mit Punk zu kreuzen - das könnte so schon hinkommen, verlässt derweil nach guten 45 Minuten die Bühne und lässt warten auf den Mann, weshalb heute die meisten wohl hier sind.

Der Auftritt in Stuttgart ist der erste von fünf Terminen, die Frank Turner durch Deutschland reisen lassen. Der britische Singer-/Songwriter, der den typischen Folk mit Punk vermischt und sich so schon hier von den vielen anderen Songwritern dieses Planeten abgrenzt, betritt die Bühne alleine und startet mit einem warmen "Hello" und seiner Gitarre in den Abend. Nach dem kurzen Intro ist der Start samt Band mit "Reasons Not To Be An Idiot" sicher gewählt.

Zum Mundharmonika-Solo wird ein Fan vor dem Wellenbrecher auf die Bühne geholt. Fannah, so präsentiert sich Frank Turner den ganzen Abend über, geizt nicht mit netten Ansagen, kleinen Geschichten oder Liebesbekundungen an Deutschland, so sei er das erste Mal in Stuttgart, aber sicherlich nicht das letzte Mal.

"I Knew Prufrock Before He Got Famous", "To Take You Home", "Live Fast Die Old" - Frank Turner und Band spielen euphorisch auf, da bleibt der Drummer schon auch mal ein ganzes Set lang stehen. Zum Ende hin wird bei "The Road" sogar kräftigst getanzt. Das Universum weiß wohl, das es nicht mehr oft die Gelegenheit dazu hat, bevor der charismatische Frank Turner sich verabschiedet um weiter zu ziehen. Bei "Photosythesis" und auch beim folkigen, textlich anklagenden "Sons Of Liberty" wird zum fleißigen Mitsingen aufgefordert - und es läuft, die Menge ist Frank Turner ganz Ohr, hingerissen - bis zum Ende, welches sich in der Zugabe "St. Christopher Is Coming Home" wiederfindet. 

Ein krönender Abschluss eines gelungenen Auftritts, der sicherlich viele zu noch größeren Frank Turner Fans gemacht haben dürfte. Auf ein Wiedersehen Mr. Turner, bis zum nächsten Mal in Stuttgart.