Drei Bands innerhalb von nicht einmal drei Stunden. Klingt kurz? War es auch. Aber genauso schweißtreibend und überraschend intensiv. Four Year Strong brachten Fireworks und The Wonder Years mit in den Kellerklub nach Stuttgart und sorgten für einen melodieverwöhnt brachialen Abend.
Die erste Band The Wonder Years wird dabei leider verpasst. Soll aber gut gewesen sein. Glaubt man gerne. Steckten die nur halb so viel Energie und Spiellaune in ihren Auftritt wie das Fireworks machen, war das als Opener schon ganz groß.
Fireworks wiederum sind nun als Zweite voll da und hauen Live auf ihren Pop-Punk eine ordentliche Schippe Härte drauf. Auf Platte kracht das nicht so, dafür im Kellerklub heute Abend umso mehr. Das lässt aufhorchen und auf Dauer bestätigt sich der Eindruck, dass von diesem brutalem Live-Sound auf Platte viel mehr unterkommen sollte. Die Radiolieblinge Silbermond spielen nur ein paar Kilometer entfernt, für die Gäste deren Konzert wäre das hier wohl ein kleiner Kulturschock.
Der geht im Anschluss noch 45 Minuten in Form von Four Year Strong gnadenlos weiter. Die Setlist enthält nicht viel, dafür aber sowohl neues als auch altes. Mit "It Must Really Suck To Be Four Year Strong Right Now" startet nicht nur der Auftritt, sondern auch der wohl weitläufigste und doch luftigste Pit, den der Kellerklub so in jüngster Zeit gesehen hat. Platz ist nämlich leider noch gut vorhanden, ausverkauft ist hier heute Abend nicht. Sind ja auch auf "Enemy Of Europe Tour", die Herren - das gehört sich also so, wenn man Feind ist. Diejenigen die sich davon aber nicht abhalten ließen, bekommen es ordentlich ab. Von der Wärme draußen rein in die Hitze des Kellerklubs. Ein weiteres Highlight bringt "Tonight We Feel Alive (On A Saturday)", da wird mal laut geschrien, während Keyboard-Sounds ihren Weg durch prall gefüllten Hardcore suchen. Das ist dann wohl das melodische an dieser Formation, die sich zwischen süß und schmutzig hin und her reißt. Das geht gut nach vorne. Besonders am Ende, als zum letzten Song "Heroes Get Remembered, Legends Never Die" Fireworks in String-Tangas auf die Bühne und auch in den Pit brechen.
Drei Bands später ist um 22.15 schon Schluss. Oder anderst gesagt eine Familie später, denn alle drei Bands sind untereinander gut befreundet oder zumindest bekannt. Dass der Abend derart früh endet ist aber völlig in Ordnung, denn diese Energie bekommen manche Bands nichtmal in einem mehrstündigen Auftritt rausgehauen. Eine davon kennen wir, die ist heute abend nicht allzu fern und wäre kulturgeschockt. Aber auch das beruht auf Gegenseitigkeit.
