Schnellnavigation: Bühnenrand
Bookmark

01 Fotos Schocken Stuttgart

02 Fotos Schocken Stuttgart

03 Fotos Schocken Stuttgart

04 Fotos Schocken Stuttgart

05 Fotos Schocken Stuttgart

06 Fotos Schocken Stuttgart

07 Fotos Schocken Stuttgart

08 Fotos Schocken Stuttgart

09 Fotos Schocken Stuttgart

10 Fotos Schocken Stuttgart

11 Fotos Schocken Stuttgart

12 Fotos Schocken Stuttgart

13 Fotos Schocken Stuttgart

14 Fotos Schocken Stuttgart

15 Fotos Schocken Stuttgart

16 Fotos Schocken Stuttgart

17 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

18 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

19 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

20 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

21 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

22 Fotos Schocken Stuttgart - Herr Polaris

FOTOS im Schocken

von Kathrin Müller

Neues Label, neuer Sound, ein Album voller Wut, Angst und Trauer. Ein Werk, das sich weder um kommerziellen Erfolg noch um sonst was schert. Aus den niedlichen Indierockern Fotos ist ein fauchendes Biest geworden. Mal sehen ob die Stuttgarter bereit sind für derartige Wandlungen.

Vor zwei Jahren waren sie schonmal hier im Schocken. Ausverkauft wars damals. Gefeiert wurde da und nicht zu wenig. Mutig auf jeden Fall die Entscheidung nochmal hierher zu kommen, wo die Erwartungen nun derart hoch liegen. Ausverkauft ist der Schocken am 19.01. nicht, gut gefüllt aber schon. Man muss schon quetschen und drücken um die Seiten zu wechseln. Ab und zu spürt man auch die Schultern und Ellenbogen des Nachbarn am eigenen Körper. Eigentlich gute Voraussetzungen für ein tanzfreudiges und stimmungsreiches Konzert.

Zu Beginn viel Neues scheint das Motto zu sein und mit Alles schreit gibt´s erste sphärische, harmonische und verhallte Klänge, die wohl für das neue Album Porzellan sehr typisch sind, man sonst von den Fotos aber gar nicht so kennt. Es folgen die ersten Singles der neuen Platte Angst und Mauer und die Textsicherheit im Publikum wird schon ein klein wenig größer. Mehr als mitwippen ist trotzdem noch nicht drin. Naja, es ist ja noch früh, das kann ja noch was werden mit der erhofften Tanzfreudigkeit.

Das sehen die Fotos genauso, es wird Zeit, die Menge ein wenig in Bewegung zu bringen. Das war sicherlich wichtig und richtig, wurde aber vom Publikum nicht so verstanden, das trippelte nämlich immer noch ein wenig verhalten auf der Stelle rum, so dass Sänger und Gitarrist Tom sich schließlich selbst vor die Bühne begeben muss um ein paar Stimmen zu hören. Die bekommt er dann auch bei So fremd: Außer der Leere, die fühlen sie sehr.

Genug vom Publikum, mehr zu den Fotos. Die beweisen nämlich großen Mut zur Veränderung mit diesem neuen Album, das sehr an den britischen Shoegaze-Pop erinnert und wohl eines der wenigen seiner Art in deutscher Sprache ist. Berauscht, melancholisch und manchmal ein wenig schwermütig geht es deswegen auch weiter. Zunächst mit der gleichnamigen Single zum Album Porzellan. So wie Porzellan lässt du mich fallen, so wie Porzellan lässt du mich zerschallen hallt es durch den Schocken und man hat das Gefühl, dass einem tausend noch so kleine Porzellanscherben entgegenspringen. 

Nach den Ausflügen in die sphärischen Weiten des Shoegaze kommen die Fotos aber um einige wenige alte Lieder nicht herum. So dürfen natürlich Viele, Es reisst uns auseinander und Komm zurück auf der Setlist nicht fehlen. Nach gut einer Stunde Indie-Shoegaze vom Feinsten verabschieden sich die Fotos fürs Erste von der Bühne. Aber den Komm zurück, komm zurück zu mir Rufen des Publikums können die Hamburger natürlich nicht widerstehen und lassen es sich deswegen nicht nehmen, noch drei Zugabenblöcke oben drauf zu setzen. Jetzt kommen dann mit Giganten und der Akustikversion von Explodieren alle auf ihre Kosten. 

Seit ihrem letzten Besuch im Schocken ist viel passiert. Fotos haben sich verändert, gewandelt, entwickelt und haben vielleicht dadurch wieder zu sich selbst gefunden. Sie haben sich die Freiheit genommen, drei völlig unterschiedliche Alben zu schreiben und produzieren, sie verdrehen ihren Zuhörern musikalisch den Kopf, damit müssen die erst mal klar kommen. Sowas braucht seine Zeit. Das hat man im Schocken gespürt.