Packt den Kaffee und Kuchen wieder ein. Defeater und More Than Life machen am 17. Dezember mit einer Matinee Show richtig Ernst. Wer also fürs Metal Meets Artcore an diesem Tag keine Karten bekommen hat, wird nun endlich glücklich.
Während andere zur Mittagszeit auf Kreuzfahrtschiffen im persischen Golf rumdümpeln, trafen sich 150 Leute im kleinen Club Comic im Juha West. Defeater und More Than Life sollten nämlich vor ihrer eigentlichen Show am Abend, schon zu einem sogenannten Matinee Konzert auftreten. Das taten sie dann auch. Und wie!
Schon um 14.15 Uhr durften die Hardcore-Punker von Together ans Werk und die ersten 20 Leute waren auch schön kräftig am mitwippen. Im Gegensatz zu ihrem letzten Auftritt Anfang des Jahres, gingen die Lieder eindeutig besser in die Füße. Da wunderte es auch keinen das der Applaus ein wenig kräftiger ausfiel, bei diesem gut gemachten, emotionalen Hardcore.
Ohne größere Verzögerung preschten dann More Than Life los. Berührungsängste kannten weder Band noch Publikum: Innerhalb der ersten Lieder explodierten die Menschen förmlich und eröffneten ein Mega-Gedränge vor der Bühne – und das um diese Uhrzeit. Nach und nach entwickelten sich die Temperaturen in Richtung Sauna, so dass sich der MTL Sänger gleich mal blankzog. Er kann sich das auch leisten. Im Pit wollte ihm aber keiner nachziehen. Da begnügte man sich mit dem Mitsingen der Texte der Love Let Me Go Platte. Neben Nacktheit gab es noch ein neues Lied auf die Ohren. Sehr gut!
Nach einer Verschnaufpause draußen im kalten Nachmittag ging es wieder in den heißen Raum um mit Defeater noch eine Runde zu feiern. Die machten auch keine Gefangene und schossen mit Dear Father gleich richtig los. Wer dachte das Nachmittags die Schmuseschiene gefahren wird, irrt: Mit Herzblut und Coolness wurde eine halbe Stunde ein Hardcore Fest zelebriert, dass nur so strotzte vor Energie. Laut den Gesprächen auf der Bühne konnte man raushören das die Jungs nicht gerade lange Schlaf gefunden haben von der Reise Leipzig – Stuttgart. Daher einen großen Respekt für diese Leistung.
Draußen wurde es dann schon langsam dunkel, so dass dann auch in den hinteren Reihen so was wie abendliches Konzertfeeling entstand. Nur der Sound war leider beim Gesang ein wenig zu leise da hinten. Nicht das das irgendwem gestört hätte. Pünktlich zum Siedepunkt war dann auch schon wieder Schluss und Defeater erholten sich bis zum Abend. Wer jetzt schlau war hatte entweder ein Wechselshirt dabei für nachher oder kaufte sich jetzt eins. Schließlich war man ja pitschenass. Tja ich war halt doof und musste 2 Stunden lang frieren. Dafür sollte mich aber der Abend entschädigen.
