Am 07.08.2010 spielten Rokoko und Dear Paris in der Kiste. Deutsche Texte aus Wiesbaden, englische Lyrics aus Stuttgart. Beide hitverdächtig und mit Ohrwurmcharakter.
Mit Schwung und voller Energie betreten die fünf Herren die Bühne und starten so ihr Set. Flippige, gut gestylte Jungs, lässig und zugleich mondän. Shoegazertum fällt mir dazu ein.
Rokoko hatten davor auf drei Festivals gespielt und freuen sich sichtlich, mal wieder in einem Club auftreten zu dürfen. Ihr Set ist einwandfrei. Keine auffälligen Störer, die Abmischung passt – Sound pefekt.
Dynamik und Elan in vollen Zügen von Anfang bis Ende. Heiß ist es in dem kleinen Club, wo ungefähr 90 Leute Platz gehabt hätten – vermutlich aus Stuttgart21-Demo-Gründen schätzungsweise nur halbsoviele anwesend. Zur Mitte der Setlist hin, muss sich daher der Gitarrist von seinem schicken Jeanshemd befreien, was zugleich humvorvoll kommentiert wird.
Rockiger Indiepop mit ehrlichen, sehnsuchtsvollen und nachdenklich-poetischen Texten.
"Ihr könnt auch ruhig tanzen!" Das lassen sich ein paar nicht zweimal sagen. „…werde tanzen, werde trinken, danach tief in der Nacht versinken, einfach nur echt sein… „. Das nimmt man ihnen alles ab, das waren sie. Zum träumen und tanzen. Sehr vielversprechend - wir werden sicherlich noch mehr von Rokoko zu hören bekommen.
Leuchtröhren in verschiedenen Neontönen strahlen in senkrechter Position über die Bühne. Der Wiedererkennungswert zu ihrer MySpaceseite ist 'Dear Paris' gelungen. Anfangs noch kleine Unsicherheiten beim Abmischen, danach frohlocken sie mit tanzbaren Elektrobeats ihrer Demos und neuen Tracks. Am meisten bleibt mir 'Electric Sweat' im Ohr. Der Gitarrist und zugleich Keyboarder Michael, erinnert mich ein wenig an Erlend Oye – nur eben jünger. Der Bandname entstand übrigens als Ode an die Stadt Paris. Um es genauer zu formulieren, als eine Hommage an den aktuellen Elektrosound aus Frankreich und dessen Vielfältigkeit. Keyboard, Gitarre und Schlagzeug spielen mit der Stimme des Sängers. Später werden noch diese kleinen Knickleuchtröhrchen im Publikum verteilt, um noch mehr Elektrofeeling zu verbreiten. Kleine Setlist und auf jedenfall ausbaubar.
In zwei Wochen stehen sie für ihre erste EP im Studio - wir sind gespannt.
Die Gelegenheit, diese zwei Bands nochmal zu hören, bekommt ihr beim KURT-Festival www.ku-rt.de/index.php am 17./18.09.2010 in Reutlingen.