Geburtstag ist was schönes: Es gibt Geschenke, alle Lieben treffen sich, man ist der Star des Tages und man darf alle rumkommandieren. Toll! Am 26. Januar gab es zwar keine Wertgeschenke, dafür aber ein großartiges Konzert Bis dahin war es ein weiter weg.
Halbe Stunde vor dem eigentlichen Beginn waren nämlich keine zehn Leute da. Könnte interessant werden für Purified In Blood. Aber wer kommt auch schon so früh zu einer Geburtstagsparty? Genau: Keine zehn Leute!
Beginn ist dann einfach ein bisschen später als ca. 50 Leute da waren. Die Norweger von Purified In Blood machten ihre Sache sehr gut! Es war unglaublich laut und die Leute blieben trotz Anstrengung des Sängers lieber weiter hinten. Schade Schade! Ein paar mehr Leute, ein nicht ganz so brutaler Sound - dann wäre hier mehr drin gewesen.
Während der Hälfte des Konzert kam Kulturpegler, Fotoboy und Posterboy Haugi angeschneit und knipste wie ein Weltmeister. In der kurzen Umbaupause schnappte man noch das eine oder andere Gespräch auf. Themen hier: Steuererklärung, Dschungelcamp, Saufen und Gorch Fuck. Ja ja - die Leute eben.
Weiter ging es mit Born Of Osiris. Diese Poster-Band (habe ich mir sagen lassen) aus den USA kamen sogar mit einem Keyboard um die Ecke, welches für Samples und solchen Kram verwendet wurde. Der Sound war ok und die Breakdowns auch. Aus irgendeinem Grund war aber der Gesang des psychotisch aussehnden Sängers zu laut. Nun ist es an sich schön, wenn man den Gesang mal hört. Aber das Verständnis, der doch zum großen Teil gebrüllten Lieder, ließ zu Wünschen übrig. Aber die anwesenden Kinds fanden's gut und darauf kommt es ja schließlich an.
Kommen wir zum Co-Headliner Protest The Hero aus Kanada. Der Haugi meinte ja, er findet die gut und ich würde die sowieso nicht zu schätzen wissen. Vorurteile: Mit einem außergewöhnlichen Sound kamen die Ahornblätter auf die Bühne. Musik: Eine Mischung aus progressiven Elementen, The Mars Volta und einer Prise Metalcore (aber wirklich sehr wenig). Gesang: Hauptsächlich hohes Heavy-Metal Geträller, cleaner Gesang und ein Hauch Growls. Die Stuttgarter machten den Eindruck, als würde der kuriose Mix sie ein wenig überfordern. Kann auch einfach sein, dass jeder dem virtuosen Gitarrenspiel lauscht. Denn Breakdowns gab es keine. Mit elf Liedern auf der Setlist ging hier jedenfalls auch schon einiges!
PARTY PARTY! Schipp Schnapp wurde es Zeit für die dunkle Stunde aus Washington! Man muss dazu sagen, dass die Jungs schon immer eine schwere Bürde hatten im Raum Baaden-Württembergs. Als Vorband von As I Lay Dying vor ein paar Jahren im LKA Longhorn waren sie nur eine Band von vielen. Doch heute zeigt sich was in 15 Jahren Bandgeschichte diese Band am Leben gehalten hat.
Ca. 150 Geburtstagsgäste haben sich versammelt um diesen ehrwürdigen Moment zu feiern! Mit Doomsayer vom Erfolgsalbum Deliver Us ging es los - und zwar mächtig! Darkest Hour machten ihren Standpunkt und ihre Erfahrung innerhalb von Sekunden klar. Sänger John war ein Wirbelwind seinesgleichen und spornte das Publikum an, endlich mal aus dem Knick zu kommen. Erfreulicherweise gab es dann die ersten größeren Bewegungen und auch Circle Pits des Abends. Alles war heute im Zeichen der dunklen Stunde: Ein Best Of der Songs der letzten zehn (!!!) Jahre wurde gezockt. Ja ZEHN! Es wurde tatsächlich How The Beautiful Decay aus dem Jahre 2000 gespielt. Wow!
Nur für diese Tour wurden die neueren Lieder ad acta gelegt und noch mal tief in die alte Kiste gegriffen. Je zwei Lieder von So Sedated, So Secured und Hidden Hands Of A Sadist Nation. Energie und ein brutaler Sound waren die Merkmale des Rund 60-minütigen Auftritts (knick knack >> Darkest Hour >> dunkle Stunde), der mit den Hits Demon(s) und Convalescence seinen Höhepunkt und leider auch seinen Schluss fand. Ein wirklich sehenswerter Jugendgeburtstag einer 15 Jahre alten Band im Bereich Metalcore. Yeeeeeha!