Der Indie-Underground lebt! Die Crystal Fighters im kleinen Kreis, bevor sie durch die ganzen Festivals gehypet werden. Ein Hype, der nicht unberechtigt ist! Ihr unverwechselbarer Sound und ihre sagenumwobene Live-Show haben am 26.Mai den Keller Klub in ein zweites Woodstock verwandelt!
Solar System eröffnete den rund 45 minütigen Auftritt der Crystal Fighters! Die 30 Minuten Extra-Wartezeit wurden mühelos durch Smalltalk und Schnaps überbrückt. Zwar stand21.30 Uhr im Internet, aber die Exil-Spanier wollten wohl später anfangen! Besagtes Solar System knallte dann mit fast voller Wucht in die gierige Menge. "Fast volle Wucht" da es einfach zu leise war. Gerade bei den basslastigen Stellen hätte man ruhig den Pegel hochdrehen können, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Sänger Sebastian wirkte wie ein typischer spanischer Vagabund. Also nicht im negativen Sinne. Eine an den Armen zerissene Jacke und die nuschelige Aussprache erinnerten leicht an Jack Sparrow. Gitarrist Graham hatte kein Bock auf Klamotten und spielte gleich Oberkörpter frei. Im Eck verschanzte sich der Allrounder Gilbert. Leider war die gesangskräftige Mimi völlig deplaziert. Klein und zierlich wie sie ist, stellte sie sich ziemlich ins linke Bühneneck. So einen Blickfang hätte man gut weiter in die Mitte packen können.
Lasst uns mit dem eigentlich Konzert weitermachen! Nachdem Solar System erst mal sacken musste, wurde mit Champion Sound gleich das nächste Liedgut verfeuert. Würden die Crystal Fighters ihre Lieder nicht ansagen, man hätte Schwierigkeiten mitzukommen. So verändert wurden die Songs manchmal präsentiert. Aber nicht das das schlecht ist: Champion Sound hatte damit schon wesentlich mehr Drive. Nach der ungewöhnlichen Singleauskopplung Follow/Swallow wurde es ein einziger Durchmarsch für das Quintett. I Love London mit seinem treibenden Bass wurde abgetanzt und mit I Do This Everyday waren die Stuttgarter komplett in der Hand der Kristallkämpfer. Positiv anzumerken ist noch das erstaunlich viele Leute den Keller Klub besuchten! Aber da sind die Crystal Fighters größeres gewohnt. Das feine Instrument Txalaparta wurde auch fleissig benutzt, was sich im Sound bemerkbar machte. Txalaparta sind 2 Holzbalken die wie ein Xylophon gespielt werden. Nagelt mich nicht fest wie man das Ding ausspricht.
Mit Plage, With You (welches unglaublich gut von Mimi gesungen wurde) und In This Summer wurden die ruhigen Lieder ausgepackt welche den Weg zum Finale ebneten: At Home. Auf die Hymne hat natürlich jeder gewartet! Hier durfte SängerIN mal zeigen wie das mit dem singen so geht. SängER Sebastian hielt sich mit seinem Gebrülle dezent zurück. So schön kann Musik sein! Natürlich gab es noch eine Zugabe mit Xtatic Truth. Hier lies man durchgeschwitzte junge Menschen zurück die sich teilweise wunderten warum nach 45 Minuten schon Schluss ist...
Sänger Sebastian rannte danach sofort in den Backstage Bereich und wurde nicht mehr gesesehen. Schade, der eine oder andere Fan hätte sich vielleicht ein Foto gewünscht. Dafür gab es am Merchstand coolerweise nur Vinyls zu kaufen. So ist es recht!
