Ein Dreier der besonderen Art erwartete euch am 22. Mai im Zwölfzehn Stuttgart. Pfui! Nicht das was ihr denkt! The Intersphere, Dioramic und Lion And The Wolf machen alternativen, extremen Rock. Da kam sogar ein Vierter ins Spiel.
Ein Abend der kurioser nicht sein könnte! Das die Komplexität an diesem Sonntag wirklich tot ist zeigte sich mit der letzten Band des Abends…
Jetzt seid ihr neugierig, gell? Fangen wir mit der ersten Band an, das war (noch) nicht Lion And The Wolf sondern On Top Of The Avalanche! Kurzfristg sprangen die Jungs aus Stuttgart in die Bresche um mit ihrem Screamo-Alternative Metalcore irgendwas um 19.50 Uhr schon die handvoll Leute zu begeistern. Die mit Equipment überfüllte Bühne macht es dem Trio etwas schwer sich zu bewegen, wobei der Trommler in die Ecke gepfercht von hinten kaum zu sehen war. Aber das störte wenig, denn der gute Sound untermalte die wunderbare Musik. Hier und da wurden kleine elektronische Samples eingespielt die atomsphärischer, aber auch ein wenig nach New Metal klangen. Egal. On Top Of The Avalanche durften sogar noch eine Zugabe spielen.
Lion And The Wolf oder Cesaers Rome… keiner wußte so recht wie sie sich nun nennen. Auf allen Shirts und CDs stand Cesaers Rome. Auf der Bühnen nannten sie sich LATW… Immer diese Unklarheiten. Was aber klar war, war die Tatsache das die Jungs aus Wales kommen und alternativen Postrock spielen. Meinem Schubladendenken nach zu urteilen. Auf CD klang das ganze ein bisschen langweilig. Es braucht auch ein bisschen bis der Funke übersprang und von Lied zu Lied steigerte sich die Qualität der Lieder.Der Sänger erreichte mit seiner Stimme teileweise sehr hohe Töne, was für doch Recht ungewöhnlich war. Aus Höfflichkeitsapplaus wurde ein anerkennender Applaus und den Stuttgarten schien es zu gefallen.. Dieser Auftritt konnte als Sieg für die Waliser verbucht werden.
Der Headliner der Herzen The Intersphere kam nun auf das Spielfeld. Was gleich ins Auge sprang war das ganze Equipment der Vier… verrücktes Zeug wie beispielsweise 100 Schalter, Drücker und Pedale. Was das Geld gekostet hat. Mit einem tadellosen Sound ging atmosphärische Reise los. Das noch aktuelle Ding heißt ja schließlich interspheres<>atmospheres. Mit den eher unbekannte Liedern des Albums wurde das Pulbikum weichgeklopft um sie mit süßen Melodien des bald rauskommenden Albums zu verzücken. Die Schraube der Emotion drehte sich allmählich in jede Person, so das bald kein Fuss mehr stillstand und unweigerlich getanz wurde. Alle vier Mitglieder hatten eine herausragende Leistung an ihrem Instrument.Doch Drummer Moritz war, vom bloßen zu sehen, der mitreißendste Kesselschwinger den ich seit langem bewundern durfte. Krasser Typ, der fast sein ganzes Zeug kaputt machte. Sänger Hessler war natürlich stimmgewaltig und tight wie es sich für einen Sänger so gehört. Die Ansagen übernahm dagegn der Basser. Glaube Sebastian wird er gennant. Sogar 2 Zugaben duften gespielt werden, so das gute 60 Minuten wie Flug vergingen. Hiermt kam und ging der Favorit des Abends.
Dioramic kamen, sahen und verloren auf ganzer Linie… und zwar das Publikum. Es scheinte, dass alle nur wegen The Intersphere da waren. Doch das trübte die Stimmung erst mal nicht. Mit Black Screen Goodbye und Ghosts In The Machine wurden gleich 2 Hits aus ihrem aktuellen Album verfeuert. Reaktion der 30 Leute im Publikum, kaum spürbar. Nach einem weitern Lied machten sich die ersten auf zum gehen, so das gerade mal 20 verlorene Seelen vor der Bühne des Zwölfzehn standen. Allen anschein nach waren von besagten 20 der Großteil Helfer der anderen Bands. Da auf die Frage „ob es denn überhaupt einen interessiert, das wir eigene Lieder spielen“ keiner geantwortet hatte, ging wohl die kurioseste halbe Stunde der Konzertgeschichte los: Das kuriose Wunschkonzert. So kam es doch gleich mal (dank eines Zwischenrufes) Haddaway – What Is Love? Um die Ohren. Da das noch weniger Leute interessierte wurde eine Schlagerballade mit Double Bass verwurstet. Der Gipfel allerdings war das Solitär Lied: Der Keyboarder/Elektroboy spielte Solitär auf seinem Laptop, da er anscheinend der ungekrönte König des Solitär sei! Diese Herausforderung nahm aber keiner an. Dafür gab es aber Insturmententausch und eine packend kommentierte Partie Solitär. Hier kann man ganz klar sagen: dieser Gig wurde von Dioramic ziemlich verkackt. Immerhin hatten 4 Leute Spaß! Das waren halt 2 Redakteure und 2 Kulturpegel-Gewinner…
