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Burning Eagle Festival

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Burning EagleFestival im Franz K.Reutlingen

von Manuel Niedermann

Unter dem Namen "Burning Eagle Festival" stieg am 10.04. im franz.k in Reutlingen ein großes Fest mit ein paar ausgesuchten Bands und Künstlern der Berliner Agentur.

Über Vier Stunden live-Musik - ein echtes Fest

Den Anfang des diesjährigen burning eagle festivals machte Fabian Simon mit seinen beiden Begleitern. Schnell wurde klar, dass hier jemand sein Handwerk versteht und so zeichnete eine grundsolide Beherrschung der Instrumente den Auftritt aus und mischten sich mit feiner Improvisation, beispielsweise wenn das Stimmen der Gitarre dazu führt, einfach an den Flügel zu wechseln und das mit "wie geht der song doch gleich?" und "für euch reicht's" zu kommentieren. Man merkte den Jungs an, dass sie Spaß an ihrer Musik haben, die auch gerne mal aus Ironie und Sarkasmus besteht. So sang Fabian Simon in "I am so sick of writing songs" über die Mühe und Arbeit die es macht, gute songs zu schreiben, wo die kommerziellen Chart-Erfolge doch sowieso nur aus schlechtem Text und dahingedichteten Melodien bestehen. Jedenfalls kann man dankbar sein, dass er es nicht aufgibt. Die drei holen alles aus ihren Werkzeugen heraus und jeder feine Trommelschlag wird feinsäuberlich auf Gitarre, Gesang und Kontrabass abgestimmt. Bestünde der Abend nur aus dieser einen Band, man wäre nicht böse. Doch es sollte ja noch einiges kommen.

Es kamen Emanuel and The Fear, die neben lautstarkem Schlagzeug auch Geige, Cello, Querflöte, Bass und E-Gitarre mitbrachten. Ganz unverhofft startete deren Auftritt direkt aus dem Sound-Check heraus und so mancher Zuhörer ließ sich vom lautstarken Beginn erschrecken. Dann ging es Schlag auf Schlag, Geige und Querflöte wirkten nie fehl am Platz, nicht mal ungewöhnlich. Der Applaus ließ erkennen, dass die Zuhörer viel Gefallen fanden an dem was sie da zu hören bekamen und so durfte sich Emanuel and The Fear nach zwei Zugaben über ordentliches Gedränge am merchandise-Stand freuen, wo sie auch gleich persönlich Autogramme verteilten.

Im Anschluss leerte sich die Bühne, Kat Frankie nahm allein Platz und begnügte sich mit einer Gitarre, die auch nur die hintergründige Rolle der Begleitung spielen sollte. Dafür hagelte es tiefgehende Balladen, die es in sich hatten. Im Saal traute man sich kaum noch ein Glas abzustellen um kein Geräusch zu verursachen, dass die Stille gebrochen hätte. Kat Frankie bohrte sich mit einer derart kraftvollen Stimme in die Ohren der Zuhörer, dass die teils tieftraurigen Balladen so richtig ans Herz gingen.

Zu guter letzt starteten The Great Bertholinis ihren Auftritt. Laut wurde es jetzt wieder und wer noch in Kat Frankies nachdenklicher Stimmung schwelgte wurde jäh herausgerissen. Mit eigenem Tontechniker angereist machten die Jungs auf der Bühne zuerst einen unharmonischen Eindruck. Während der Gitarrist wild und fröhlich tanzte, stand der Sänger recht unbeteiligt daneben. Doch das Publikum ließ sich noch einmal mitreißen und folgte tanzend den taktvollen, heiteren songs.

Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle die großartige Arbeit der Licht- und Tontechniker des franz.K bleiben. Bei derart unterschiedlicher Musik, wechselnd mit voller Bühne und vielen Instrumenten und Stimmen, dann wieder konzentriert auf ein Mikrophon gelang es ihnen, ständig die richtige Abstimmung zu finden. Dass der Abend ein musikalischer Volltreffer wurde, ist nicht zuletzt ihnen zu verdanken.

Schade nur, dass sich der Saal nicht richtig füllen wollte. Am Ende bleibt es völlig unverständlich warum an diesem Abend nicht mehr Publikum den Weg ins franz.K gefunden hat. Für zehn Euro sollten doch vier Stunden handgemachte Musik vom Feinsten ein gutes Angebot gewesen sein. Ich weiß ja nicht, was ihr da draußen getrieben habt, aber ihr habt was verpasst.