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Beat! Beat!Beat! im Kellerklub Stuttgart

Gute Gitarrenmusik kann auch aus Deutschland kommen, direkt von der Schulbank nahe Mönchengladbachs nämlich. Den Beweis gaben im Kellerklub in Stuttgart die sympathischen Jungs von Beat!Beat!Beat!, indem sie einem ihren tanzwillingen Indie zwischen die Beine warfen. Es gibt aber auch einen Beweis dafür, dass das doch gar nicht so toll ist wie alle sagen. Wir haben nämlich gleich doppelt hingeschaut und zugehört.

Faszi- niert: teenage riots von Stefan Haug

Joshua, Marius und Moritz sind junge 19, Tim ein Jahr älter. Zusammen stehen sie als Beat!Beat!Beat! auf der Bühne. Noch ohne Album, dafür mit einer EP namens "Stars", gespickt mit einem Tanzflächenfüller namens "Fireworks".  Vor diesen Bühnen bündeln sich schon Fans, die ihre Lieder mitsingen. Dazu tanzen. Es abfeiern. Wenn sich Mundpropaganda, Radio-Airplay und tatsächlich vorhandenes Talent zueinander gesellen, dann brennt es in der Szene - und das schon seit längerer Zeit. Beat!Beat!Beat! präsentieren abgeklärten, funktionierenden und vor allem qualitativ hochwertigen Indie, das hat sich rumgesprochen.

Auch in Stuttgart, der Kellerklub ist zwar nicht ausverkauft, aber gut gefüllt. In Beat!Beat!Beat! werden hohe Ewartungen gesetzt. Von allen Seiten aus. Ach Was haben diese Probleme noch nicht - sie sind die Vorband des abends und von Beat!Beat!Beat! persönlich ausgewählt worden. Ihren Stil haben sie noch nicht genau festgelegt. Viele Einflüsse spielen da eine Rolle. Sänger Julian trägt ein HEALTH-Shirt, daher wohl die Synthie-Ausflüge, die träge drücken. Nicht schlecht. Der nächste Song präsentiert sich dann in einem Punkrock Gewand, das wiederum ist ausbaufähig.

Einen Stil definiert haben sich dagegen Joshua, Marius, Moritz und Tim. So wie die Band, die sie mit 16 geliebt hätten, wollen sie sein. Zu der lässt es sich dann prima bewegen und doch auch schwelgen. "We Are Waves" tänzelt leichtfüßig drauf los und ist als erstes bekanntes Stück gleich an zweiter Stelle, nachdem "Hard To Cherish" das 45-minütige Set einleitete. Mit den neuen Songs, die heute präsentiert werden, hinterlassen die vier Jungs einen vielversprechenden Eindruck. Da darf dem Debüt schon heute entgegengefiebert werden. "Too Short To Bide" ist ein kurzer Klopper, und auch "Light Heavy Rapture" beeindruckt. Schnell kann man sagen - der Hype ist gerechtfertig. Beat!Beat!Beat! sind eine der Bands, die man im Auge behalten sollte, denn bald werden sie alle feiern - Potenzial zu großem und mehr ist vorhanden. Und das sagen wir euch heute schon.

Sänger Joshua entschuldigt sich während des Konzerts für seine angeschlagene Stimme. Angeschlagen? Hört man nicht. Gut vertuschen kann er das. Stattdessen fräsen sich Gitarrenlinien und Keyboard-Sounds ins Ohr. Nachdem "Stars" ausklingt dringt ohne Ankündigung "Fireworks" hervor, dieser Hit mit der tänzelnden, schmeichelnd-gewaltsam-einprägsamen Gitarrenlinie, der in den alternativen Radios und Clubs rauf und runter gespielt wird. Eine wahrhaftige Referenz für Qualität. Die Zugaben "Late On A.M." und "You're Designer" von der Demo-EP beenden dann ein kurzes, aber aussagekräftiges Set.

Spaß hat es gemacht, sagen Beat!Beat!Beat! nach dem Konzert und vertrösten mit der Nachricht, das das Album im Herbst erscheinen soll. Faszinierend, was um sie rum passiert. Das ist mehr als nur Schule. Naja, die war doch bestimmt sowieso nur langweilig.

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Niedlich: teenage riots von Manuel Nieder- mann

Der Himmel über Stuttgart ist noch hell als sich die ersten Gäste für das Konzert der vier jungen Jungs von Beat!Beat!Beat! im Kellerklub einfinden. Trotz gutem Wetter ist die Tanzfläche einigermaßen gut gefüllt, als unter anderem die Songs der EP "Stars" ertönen.

Was dann auf der Bühne so abgeht sieht erstmal alles gar nicht jung aus. Die Bewegungen, das Ausnutzen kleiner technischer Tricks und die Abstimmung machen einen routinierten Eindruck, auch wenn jeder seinen Setlist-Zettel unter dem Mikrofonständer geparkt hat.

An dieser Stelle sollte etwas über den Inhalt der Songs geschrieben werden. Über Songwriting und über's im Indie-Rock ja doch gar nicht unwichtigen Geschichten erzählen. Schade nur, dass ich dazu nichts schreiben kann, denn ich konnte kaum eine Zeile verstehen. Was der Tonmann da machte, was da Absicht war und was nicht blieb mir an diesem Abend unerschlossen. Ich war schon froh, wenn mein Ohr bestätigen konnte, was das Auge sah, nämlich wenn zwei Stimmen zu vernehmen waren. Die Schlagzeug-Formation war zwar nicht ausladend, kam aber trotzdem zu laut. Beat!Beat!Beat! hätten am Sonntag eine Story von Heidi auf der Alm erzählen können, ich hätte im Rhythmus mitgewackelt. Denn der Name haut schon hin, die Beats machen Spaß. Um sich unter den am Indie-Nachwuchshimmel massenhaft blinkenden Sternchen durchzuschlagen ist das allerdings nicht genug, das können viele andere genauso gut. Und bitte, keine Vergleiche mehr mit den Foals.

Ein Schlagzeuger in weißen Socken, eine leere Bierflasche als Taktgeber und vier Jungs, denen allesamt eine Haarsträhne in ein Auge fällt, bildeten für mich eine hochgradig talentierte Teenie-Indie-Band, die sich im für dieses Jahr versprochene Album sicherlich weiterentwickelt zeigen muss. Die trotz ihres jungen Alters hohe musikalische Affinität versprechen, dass sich das alles auf dem Album drei Nummern besser anhört.