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Alkaline Trio inden WagenhallenStuttgart

von Stefan Haug

Lustlosigkeit, Langeweile, Liebeskummer, Tod. Alkaline Trio aus Chicago sind anderst als andere Punk-Bands und bestätigten dies am 07.05. in den Wagenhallen in Stuttgart.

Nicht nur dunkel gekleidet sind sie, auch schwarz gefärbt sind ihre Texte, die düstere Version von Punk. Umso befreiender die Musik, umso bedrückender der Text. Die Themen darin weichen von denen des herkömmlichen, klischeehaften Punks ab. Mehr als nur Boy-meets-Girl, mehr als Party - denn das hier ist nicht da um Party zu machen. Das hier ist tiefgründiger, das ist mehr als nur Skate-Punk - das hat Herz, hallo Bandlogo.

Der gleichnamige Opener des aktuellen Albums "This Addiciton" eröffnet den Abend für viele. Die Vorband wurde als nett befunden, mehr aber nicht, schauen reicht. Sicherheitsabstand - erstmal staunen, auch bei Alkaline Trio. Die Menge regt sich kaum. Änderung bringt anschließend dem Deutschland gewidmeten "This Could Be Love", bei der die kompletten Wagenhallen zu tanzen scheinen. Alkaline Trio, so bedrückt sie auch wirken, beginnen gut gelaunt das erste Konzert der vier anstehenden Terminen in Deutschland. Ansage reiht sich an Ansage. Sie seien schon eine Weile auf Tour, doch es fühle sich an, als sei es der erste Abend. Wäre es so, ließen sie etwas Enthusiasmus vermissen. Da es aber nicht so ist, wie man weiß, verzeiht man. Und wenigstens ist der Enthusiasmus bei den Fans vorhanden. Ebenso neu, doch unartig gefeiert wird "Dine, Dine My Darling", ein weiteres Stück von "This Addiction".

Im Gesang wechseln sich Bassist Daniel Andriano und Gitarrist Matt Skiba ab, dabei bekommt Daniel Andriano die trotzigen Songs, Matt Skiba drückt die mit Hoffnung geladenen ins Mikrofon.

Im Laufe des Sets wirken Alkaline Trio dann etwas distanziert. Der Kontakt, der am Anfang durch die vielen Ansagen an das Stuttgarter Publikum aufgebaut wurde, scheint in die Ferne gerückt. Zur Zugaben werden die drei nach etwas mehr als einer Stunde dann aber trotzdem gerufen und bringen nochmal drei Songs mit, darunter auch das Schlussstück "Private Eye", bei dem kräftigst mitgesungen wird und welches in einem furiosen Ende mündet.

Auch so kann Punkrock sein, der seit dem ersten Album "Goddamnit" vor 12 Jahren mit einer mächtigen Portion Alternative Rock versiert wurde. Große Melodien mit noch größeren Texten - und das von drei Rebellen, die die Fäuste recken um Kraft zu spenden, um die kaputten Herzen zu kitten mit der Hilfe des Punk. Ja, warum denn eigentlich nicht? Auch heute hat es funktioniert - die Leute sind zufrieden, das Alkaline Trio auch. Nächste Station, Headliner im Coca Cola Soundwave Tent bei Rock Am Ring und Rock Im Park. Ja, schon so groß sind die drei Herren inzwischen - und kein Ende in Sicht.

Eindruck schaffen

Im Video zur Single "This Addiction" stehen die drei um Frontmann Matt Skiba, dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied, auf einer malerischen Wiese umgeben von Bergen und Hügeln. Kontrastreich. Doch nicht genug; angriffslustige Kinder zerspringen in bunte Stücke und hüllen die doch so dunkle Band in ein Meer aus Farben. Alles nur nicht gewöhnlich.